CLICK Magazin

RKI eröffnet Zentrum für internationalen Gesundheitsschutz

ZENTRUM FueR INTERNATIONALEN GESUNDHEITSSCHUTZ

Zu Beginn des Jahres hat ein neues Zentrum für internationalen Gesundheitsschutz (ZIG) am renommierten Robert Koch-Institut in Berlin seine Arbeit aufgenommen. In diesem Zentrum sollen die Kompetenzen des Instituts im Bereich des Gesundheitsschutzes auf internationaler Ebene zusammengefasst und intensiviert werden.

Das Global Health Protection Programme (GHPP) des Bundesministeriums für Gesundheit

Schwerpunkt des vom Bundesministerium für Gesundheit ins Leben gerufenen Programms ist die Unterstützung bei der Erstellung von Maßnahmen zur Abwendung und Prävention von Epidemien. Neben dem Robert Koch-Institut sind noch das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, das Paul-Ehrlich-Institut sowie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte an diesem innovativen Projekt beteiligt.

Die Schwerpunkte des Programms liegen in der Ausbildung von wissenschaftlichem Personal und in der Entsendung und Unterstützung von Teams für die Bekämpfung von Epidemien. Auch auf den Transfer von Methoden und Wissen wird ein Hauptaugenmerk gelegt. Dazu zählen unter anderem:

• Kerngebiete internationaler Gesundheitsstandards
• Identifizierung neuer Infektionskrankheiten
• Überwachung von antimikrobiellen Resistenzen
• Rationaler Einsatz von Antibiotika
• Qualitätssicherung von Blut und seiner Produkte

Der Fokus der gemeinsamen Forschungsaktivitäten in diesem Rahmen liegt auf der Erforschung des hämorrhagischen Fiebers und bakterieller Infektionen mit dem Schwerpunkt auf deren Ursachen und Antibiotikaresistenzen.

Bereits heute arbeiten die Teilprojekte des Global Health Protection Programme mit Partner-Institutionen aus 18 Ländern in Asien und Afrika zusammen. Vorrangiges Ziel der Kooperationen ist die Förderung der Implementierung internationaler Gesundheitsvorschriften. In den folgenden Projektphasen sollen noch weitere Länder mit an Bord geholt werden.

Die Rolle des Robert Koch-Instituts im Global Health Protection Programme

Da Gesundheitskrisen wie Epidemien in unserer heutigen global vernetzten Welt nicht mehr nur ein Problem einzelner Staaten darstellen, ist es umso wichtiger, weltweite Gefahren für die Gesundheit frühzeitig zu erkennen und abzuwehren. Dazu wird das neue Zentrum für Internationalen Gesundheitsschutz am Robert Koch-Institut beitragen. Damit wird nicht nur die internationale Perspektive als verantwortungsvoller Teil einer Gesundheitspolitik hervorgehoben, sondern auch der Gesundheitsschutz in Deutschland selbst wesentlich gestärkt.

Das Robert Koch-Institut fungiert schon lange als globaler Netzwerkknoten für den Gesundheitsschutz mit international gefragter Expertise. Seine Wissenschaftler arbeiten an zahlreichen internationalen Programmen und Projekten mit. Ihr Fokus liegt dabei auf der Erforschung und Überwachung von Krankheitserregern, der Eindämmung von Epidemien, dem Ausbau von Laborkapazitäten in Partnerstaaten und der Erhebung vergleichbarer Gesundheitsdaten aus EU-Ländern.

Ihre dabei erworbenen Kompetenzen werden im neuen Zentrum für Internationalen Gesundheitsschutz gebündelt und weiter ausgebaut, und sie stehen nun permanent zur Verfügung. Das Robert Koch-Institut leistet damit einen großen Beitrag zur Verbesserung der weltweiten Gesundheit und zur Lösung wichtiger Public-Health Probleme. Von diesem Engagement profitieren auch die Menschen hierzulande, wenn zum Beispiel der Ausbruch von Krankheiten frühzeitig unterbunden werden kann.

Das Institut pflegt eine enge Zusammenarbeit mit renommierten internationalen Organisationen wie der WHO oder dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Das Robert Koch-Institut ist Partner des WHO-Kooperationszentrums für neu auftretende Infektionskrankheiten und biologische Gefahren sowie des Global Outbreak Alert & Response Netzwerks der WHO. Im Gesetz zur Modernisierung der epidemiologischen Überwachung übertragbarer Krankheiten ist die Rolle des Instituts seit 2017 auch gesetzlich verankert.

Die Aufgaben des neuen Zentrums für internationalen Gesundheitsschutz

Nicht zuletzt seit dem verheerenden Ausbruch von Ebola in Westafrika im Jahr 2014 hat das Bundesministerium für Gesundheit seine Funktion in der internationalen Gesundheitspolitik ausgedehnt. 2016 startete das BMG sein Global Health Protection Programme für Unterstützungsmaßnahmen bei Krankheitsausbrüchen und zur Prävention von Epidemien, worin das RKI eine tragende Rolle spielt.

Zu den wichtigsten Aufgaben des neuen Zentrums im RKI gehören die Mitarbeit an internationalen Projekten im Gesundheitsschutz sowie die Überwachung weltweiter Gesundheitsgefahren. Dazu kommt noch die Entwicklung evidenzbasierter Methoden für den Gesundheitsschutz und das Sammeln und Zusammenführen relevanter Daten und Informationen. Zu den vielen Projekten des RKI zählen unter anderem die Identifizierung und Charakterisierung neuauftretender Krankheiten sowie die Stärkung nationaler epidemiologischer Kapazitäten in Entwicklungsländern.

Nach dem vollständigen Aufbau werden über 30 ExpertInnen in vier Fachgebieten im ZIG tätig sein, welche die wissenschaftlichen Kernkompetenzen internationalen Gesundheitsschutzes abbilden werden. Diese vier Fachabteilungen sind: Die Informationsstelle für den internationalen Gesundheitsschutz, evidenzbasierte Public-Health für den internationalen Gesundheitsschutz, Notfallvorsorge und Einsatzunterstützung sowie Public-Health-Laborunterstützung.

Zurück zum Magazin