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Neue Anforderungen für Tattoo-Entfernungen könnte Hautarztpraxen überfordern

Tattoo-Entfernung

Unter anderem aufgrund von Geschmacksveränderungen spielen immer mehr Menschen mit dem Gedanken, ein Tattoo wieder entfernen zu lassen. Doch in vielen Fällen stecken auch berufliche Gründe dahinter. Grundsätzlich obliegt die Entscheidung für eine Tätowierung dem Persönlichkeitsrecht, trotzdem haben tätowierte Arbeitnehmer häufig schlechtere Karten. So überrascht es nicht, dass das Interesse an Tattoo-Entfernungen immer weiter wächst – weil damit aber durchaus auch Gefahren verbunden sind, fordert das Bundesamt für Strahlenschutz jetzt strengere Auflagen.

Wie funktioniert eine Tattoo-Entfernung?

Ein Tattoo wird durch den Einsatz bestimmter Laser-Systeme entfernt. Welche Lichtwellen dabei benötigt werden, ist von vielen Faktoren wie der Größe und den verwendeten Farben der Tätowierung abhängig. In der Regel sind mehrere Sitzungen nötig. Die Behandlung ist mit Schmerzen verbunden und recht kostspielig.

Grundsätzlich ist es möglich, jedes Tattoo an jeder Körperstelle zu entfernen. Bestimmten Personengruppen wird jedoch von einer Entfernung abgeraten. Darunter fallen unter anderem Schwangere und Menschen die zu Infektionen mit dem Herpes-Virus neigen. Auch krankhafte Veränderungen der Haut stellen eine Kontraindikation dar. Die Entfernung von einfarbigen Tattoos ist in der Regel deutlich einfacher als die Behandlung von farbigen Exemplaren.

Als Faustregel gilt: Je dunkler die verwendete Farbe, desto besser kann sie entfernt werden, da die Absorption der dunklen Farbe vom Laserstrahl größer als die von heller Farbe ist.

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Laserbehandlungen sind mit Risiken verbunden und können sowohl zu kurz- als auch zu langfristigen Nebenwirkungen führen. Neben Verbrennungen und Hautpigmentier-Störungen sind bleibende Narben durch die Laserbehandlung nicht auszuschließen.

Um die Haut, das größte Organ des Menschen, vor Schädigungen zu schützen, müsste im Vorfeld der Zustand der zu behandelnden Hautregion überprüft werden. Dabei muss sicher ausgeschlossen sein, dass der Behandelnde keinen Hautkrebs hat. Eine solche Untersuchung können allerdings nur Hautärzte vornehmen – doch genau solche Vorkontrollen fordert jetzt das Bundesamt für Strahlenschutz. Das hätte zur Folge, dass Kosmetiker, Heilpraktiker und Tätowierer zukünftig keine Tattoo-Entfernungen mehr anbieten würden.

Ob sich das Bundesamt für Strahlenschutz mit seinem Wunsch nach einer Verschärfung der Strahlenschutzverordnung durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.

Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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