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Alarm in der Mundhöhle – Zahnfleischentzündung

Zahnfleischentzündung

Ergebnisse einer Studie zur Mundgesundheit in Deutschland zeigen: Jeder zweite Erwachsene hat eine entzündliche Zahnbetterkrankung. Außerdem leidet einer von fünf Erwachsenen unter einer ernst zu nehmenden Zahnfleischentzündung. Wissenschaftler fanden weiterhin heraus, dass Zahnfleischentzündungen den gesamten Körper beeinflussen und das Risiko für verschiedene Krankheiten deutlich erhöhen.

Was ist eine Zahnfleischentzündung und wie wird sie behandelt?

Die Wurzeln der Zähne sitzen normalerweise fest im Kiefer. Das Zahnfleisch umschließt dabei die Zahnhälse. Ist das Zahnfleisch entzündet, sprechen Fachleute von einer Parodontitis beziehungsweise einer Zahnfleischentzündung.

Schreitet eine Zahnfleischentzündung fort, bildet sich das Zahnfleisch zurück. Die Zahnhälse liegen dann frei. Das verursacht meist Schmerzen. Bleibt eine Zahnfleischentzündung unbehandelt, kann es sogar zum Abbau von Knochen kommen. Im schlimmsten Fall lockern sich Zähne und fallen aus.

Wird eine Zahnfleischentzündung diagnostiziert, entfernt der Zahnarzt oder die Zahnärztin mithilfe von Ultraschall in den Zahnfleischtaschen verborgene Beläge. Dabei wird der Patient oder die Patientin betäubt. In schweren Fällen werden Antibiotika verordnet, um die Keimbelastung zu verringern.

Woran erkennst Du eine Parodontitis?

Zahnfleischentzündungen bleiben oft lange unerkannt, weil Betroffene kaum Beschwerden haben. Treten Rötungen oder Schwellungen am Zahnfleischrand auf, deutet das auf eine Zahnfleischentzündung hin. Auch Mundgeruch oder ein metallischer Geschmack im Mund sind mögliche Symptome.

Gesundes Zahnfleisch blutet nicht. Fließt beim Zähneputzen Blut, ist das ein Warnsignal für eine Zahnfleischentzündung. Leider bleibt dieses Vorzeichen bei Rauchern oft aus, weil ihre Gefäße verengt sind.

Beobachtest Du eines der genannten Symptome bei Dir, solltest Du umgehend Deinen Zahnarzt oder Deine Zahnärztin aufsuchen. In der Zahnarztpraxis wird das Zahnfleisch genau unter die Lupe genommen und gemessen, wie tief die Zahnfleischtaschen sind. Wird eine Zahnfleischentzündung entdeckt, kann eine geeignete Therapie eingeleitet werden, um Schlimmeres zu verhindern.

Wie entstehen Entzündungen des Zahnfleischs?

Der Mundraum ist niemals keimfrei. Bei unzureichender Zahnpflege verbleiben jedoch zu viele Bakterien zu lange in der Mundhöhle. Dann bilden sich hartnäckige Beläge (Plaques) auf den Zähnen, auch am Zahnfleischrand. Diese Beläge führen zu Zahnfleischentzündungen.

Wie anfällig jeder oder jede Einzelne dafür ist, bestimmen unter anderem unsere Gene. Bei manchen Menschen lösen schon geringfügige Zahnbeläge eine Zahnfleischentzündung aus. Andere verfügen über ein robusteres Immunsystem, das Krankheitserreger besser abwehrt.

Je weiter eine solche Entzündung fortschreitet, desto mehr Krankheitserreger dringen in die Zahnfleischtaschen ein. Wird eine Zahnfleischentzündung nicht professionell therapiert, verschlechtert sich der Zustand des Zahnfleisches mehr und mehr.

Bekannt ist die Wechselwirkung von Zahnfleischentzündungen mit anderen Krankheiten. Ärztinnen und Ärzte beobachten einen engen Zusammenhang zwischen Entzündungen im Mundraum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Zahnfleischentzündungen und rheumatische Erkrankungen wie zum Beispiel Arthrose beeinflussen sich gegenseitig. Sowohl bei Zahnfleischentzündungen als auch bei Rheuma produziert der Körper vermehrt Entzündungsmoleküle. Langfristig kommt es dabei zum Abbau von Knorpelgewebe und Knochen.

Diabetes-Betroffene sollten wissen: Ihr Risiko, an einer Zahnfleischentzündung zu erkranken, ist dreimal höher, wenn ihre Werte nicht richtig eingestellt sind. Dann verstärken sich Diabetes und Zahnfleischentzündung gegenseitig.

Deshalb solltest Du Deinen Zahnarzt oder Deine Zahnärztin darüber informieren, ob Du Herzprobleme hast beziehungsweise chronische Krankheiten wie Diabetes oder Rheuma.

Wie kannst Du selbst vorbeugen?

Regelmäßiges, gründliches Putzen der Zähne morgens und abends ist die beste Vorsorge und Therapie bei Zahnfleischentzündungen. Um alle Beläge gründlich zu entfernen, solltest Du die Zahnbürste am besten schräg (etwa im 45-Grad-Winkel) am Zahnfleischrand ansetzen. Dann mit rotierenden Bewegungen zu den Kauflächen hin putzen. Elektrische Zahnbürsten vibrieren und nehmen uns so das Kreisen ab. Wir müssen sie nur systematisch entlang der äußeren und inneren Zahnflächen führen.

Antibakterielle Mundspülungen verringern die Anzahl der Keime in der Mundhöhle und fördern das Ausheilen von entzündetem Zahnfleisch.

Damit auch alle Zahnzwischenräume gründlich gereinigt werden, solltest Du am besten einmal am Tag Zahnseide oder eine kleine Interdentalbürste benutzen. Eine professionelle Zahnreinigung mindestens einmal jährlich beugt Zahnfleischentzündungen ebenfalls vor.

Nicht vergessen: Ist in der Mundhöhle alles in Ordnung, hilft das Deinem ganzen Körper, gesund zu bleiben.

Richtige Ernährung nützt dem Zahnfleisch

Insbesondere Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend. Enthalten sind sie beispielsweise in sehr fetthaltigem Seefisch. Als Nahrungsergänzungsmittel gibt es Lachs-Öl auch in Form von Kapseln.

Auch Magnesiummangel erhöht das Risiko, an einer Zahnfleischentzündung zu erkranken. Reichlich Magnesium findet sich in Vollkornprodukten und Nüssen. Mineralwässer mit hohem Magnesiumgehalt beugen einem Mangel ebenfalls vor.

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Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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