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Hilfe, mein Kind hat Würmer!

Würmer

Allein die Vorstellung von sich windenden wurmartigen Wesen, die sich im Darm ihrer Liebsten tummeln, wird bei den meisten Eltern eine Mischung aus Ekel und Panik erzeugen. Wenn dann noch das Umfeld Wind davon bekommt, dass in der eigenen Familie eine Wurmerkrankung grassiert, ist die Verunsicherung perfekt – und manchmal leider auch der gesellschaftlichen Ächtung Tür und Tor geöffnet. Dabei kann eine Infektion mit einem Darmparasiten jeden treffen. Eltern sollten daher wissen, worauf bei einer Wurminfektion zu achten ist, wie sie sich äußert und vor allem, wie sie ihre Kinder davor schützen können.

Wer sind die lästigen Mitbewohner im Bauch meiner Kinder?

Darmwürmer sind Parasiten, die sich im Verdauungstrakt von Mensch und Tier einnisten und sich dort vom Nahrungsbrei ernähren. Wurminfektionen (Helminthiasis genannt) waren früher recht häufig. Heute treten sie bei nur noch selten auf, können dann aber mitunter ein ernst zu nehmendes gesundheitliches Risiko darstellen. Auch wenn landläufig immer nur von „Würmern“ gesprochen wird, werden Wurminfektionen von sehr unterschiedlichen Parasiten ausgelöst und unterscheiden sich in ihren Symptomen und Gesundheitsrisiken.

Bandwürmer sind die bekanntesten Vertreter der Darmparasiten. Sie sind flach und bestehen aus einem mit Widerhaken besetzten Kopf, mit dem sie sich an der Darmwand festhalten, sowie einem Körper aus einer Reihe von Gliedern, die mit der Zeit abfallen und mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Manche Bandwürmer können eine Länge von bis zu 20 Metern erreichen. Es gibt verschiedene Arten, die nach ihrem natürlichen Wirt benannt werden (Fuchsbandwurm, Schweinebandwurm, Rinderbandwurm etc.). Infektionen mit Bandwürmern können schlimme Folgen haben, da iccccccccccccccccccccccccccccccccccchre Larven innere Organe wie Lunge und Leber befallen und dort zu tödlichem Organversagen führen können.

Spulwürmer sind die weltweit am häufigsten vorkommenden Würmer. Infektionen treten aber vor allem in Ländern der Dritten Welt auf. Sie erreichen eine Länge von 15-40 cm und haben einen runden Querschnitt. Wie bei den Bandwürmern kann eine Infektion mit Spulwürmern gefährlich werden, da die Larven sich durch die Darmwand fressen und bis in die Lunge wandern können, wo sie allergische Reaktionen hervorrufen. Ausgewachsene Spulwürmer können außerdem Darmverschlüsse verursachen und die Gallengänge blockieren.
In Deutschland stecken sich Kinder vor allem mit Madenwürmern an. Diese sind ziemlich klein (ca. 1 cm lang) und Infektionen verlaufen in der Regel völlig harmlos.

Wie stecken sich Kinder eigentlich mit Würmern an?

Die Gefahr, sich in Deutschland mit Würmern zu infizieren ist relativ gering. Das gilt glücklicherweise insbesondere für die gefährlichen Infektionen mit Spul- und Bandwürmern. Die hohen Standards bei Hygiene und Verarbeitung von Lebensmitteln haben dazu beigetragen, dass die meisten Wurmarten fast verschwunden sind und am ehesten noch als unerwünschtes Reisesouvenir aus exotischen Ländern mitgebracht werden.

Eine Infektion mit dem gefährlichen Fuchsbandwurm können sich Kinder aber auch in Deutschland einfangen. Da dessen Eier mit dem Kot von Füchsen ausgeschieden werden, haften diese oft an in Bodennähe wachsenden Beeren an. Steckt ein Kind diese dann ungewaschen in den Mund, gelangen damit auch die Erreger in den Körper. Auch Hunde und Katzen stellen eine potenzielle Infektionsquelle dar. Vor allem Hunde wälzen sich gern in allem, was stinkt. Gelangen dabei Bandwurmeier ins Fell, kann der Erreger beim nächsten Kuscheln übertragen werden.

Noch leichter ist die Übertragung von Madenwürmern. Die Eier werden von den Weibchen nachts an der Haut rund um den Anus abgelegt und sorgen für einen kräftigen Juckreiz. Kratzen sich Betroffene dann und fassen anschließend Türklinken oder Spielzeug an, ist die Verbreitung beschlossene Sache. Werden diese Gegenstände von einem Kind angefasst und danach die Finger in den Mund gesteckt, gelangen die Eier über den Mund in den Darm und siedeln sich dort an und der Kreislauf geht von vorne los. Auf diese Art und Weise können sich die Würmer in Kitas und Kindergärten rasant ausbreiten.

Woran erkenne ich eine Wurminfektion?

Wenn Mama oder Papa beim Wickeln nicht gerade auf kleine Würmer oder Überreste der großen Bandwürmer stoßen, ist es gar nicht so einfach, eine Wurminfektion zu entdecken. Manchmal reagieren die Betroffenen gar nicht auf den Befall. Häufig kommt es aber zu Bauchschmerzen, Durchfall und Fieber. Daneben können insbesondere bei Band- und Spulwürmern Mangelerscheinungen und Gewichtsverlust auftreten. Da die Larven des Fuchsbandwurms unter anderem die Leber befallen, können Gelbsucht und Schmerzen im Oberbauch auftreten.

Im Falle der kleinen Madenwürmer ist es der starke Juckreiz am Po, der ihre Anwesenheit verrät. Hin und wieder können die Würmer aber auch beim Verlassen des Anus beobachtet werden.
Wenn die genannten Symptome auftreten, sollte man sein Kind möglichst zügig fachärztlichen Rat einholen. Ärztinnen und Ärzte stehen verschiedene diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung, um aus Stuhl oder Blut die genaue Art des Darmparasiten zu bestimmen und anschließend eine effiziente medikamentöse Therapie einleiten zu können.

Gibt es für mein Kind geeignete Hausmittel, die bei einem Wurmbefall helfen?

Infektionen mit Spul- und Bandwürmern sind eine ernst zu nehmende medizinische Angelegenheit und können unbehandelt bei Kindern und Erwachsenen zu schweren gesundheitlichen Schäden führen. Sie sollten unbedingt medikamentös behandelt werden. Aber auch bei den eigentlich harmlosen Madenwürmern empfiehlt es sich – auch für Kinder – ein Medikament einzunehmen. Darüber hinaus bestehen verschiedene Möglichkeiten, die medikamentöse Therapie durch natürliche Hausmittel zu unterstützen. Vor deren Anwendung sollte aber der Arzt oder die Ärztin befragt werden, da nicht auszuschließen ist, dass diese mit dem eingesetzten Medikament wechselwirken oder aber gar nicht für Kinder geeignet sind.

Knoblauch hat sich in der Naturmedizin zur Behandlung verschiedenster Erkrankungen bewährt. Auch bei Wurmerkrankungen wird ihm Wirksamkeit zugeschrieben. Knoblauch kann zum Beispiel zerdrückt in Milch getrunken oder gekocht und mit Honig vermischt eingenommen werden. Da Knoblauch sicher nicht zur Leibspeise von Kindern gehört, bietet sich die Kokosnuss als Alternative bei jeder Art von Wurmbefall an. Dabei können sowohl das Fruchtfleisch als auch das daraus gewonnene Kokosöl verwendet werden. Im Falle einer Bandwurminfektion kann der Sud gekochter frischer Karotten helfen. Geraspelte Karotten, mit etwas Kürbiskernöl versetzt, eigenen sich während der Infektion als Frühstücksersatz.

Zur Linderung des Juckreizes bei einer Madenwurminfektion können Essigumschläge oder auch kühlende Umschläge mit Quark oder Joghurt eingesetzt werden.
Sollte eines dieser Hausmittel bei Deinem Kind auf Akzeptanz stoßen und sich als wirksam erweisen, darf eine begonnene medikamentöse Therapie trotzdem nicht ohne ärztliche Rücksprache vorzeitig beendet werden.

Was kann ich tun, damit es erst gar nicht so weit kommt?

Vorsicht ist immer besser als Nachsicht! Wer einmal Urlaub in den Tropen gemacht hat, kennt bestimmt den Satz: „Cook it, fry it, peel it or leave it“ – Lebensmittel sollten nie unbearbeitet und am besten gekocht oder gebraten verzehrt werden. Aber auch daheim sollte – besonders wenn es um Kinder geht – großer Wert auf Hygiene bei der Zubereitung von Lebensmitteln gelegt werden.

Ganz besonders wichtig ist es, sich vor dem Kontakt mit Lebensmitteln und vor dem Essen die Hände zu waschen. Das gilt auch nach dem Kuscheln mit Bello und Miezi. Haustiere sollten überdies in regelmäßigen Abständen medikamentös entwurmt werden. Kinder sollten zudem frühzeitig lernen, in der freien Natur gepflückte Beeren niemals direkt zu essen, sondern diese zu Hause erst einmal gründlich von Mama oder Papa reinigen zu lassen.

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Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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