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Meningitis

Unter einer Meningitis versteht man die Entzündung von Gehirnhaut und Rückenmarkshaut. Diese dienen sozusagen als Schutzhülle und haben daher eine große Bedeutung für die beiden Organe. Werden Gehirn oder Rückenmark geschädigt, etwa durch Viren oder Bakterien, kann dies daher schnell gefährlich und sogar lebensbedrohlich werden. Tückisch an der Krankheit ist, dass etwa jeder zehnte Erwachsene Mensch Erreger der ansteckenden Meningitis in sich trägt, ohne sichtbar zu erkranken.

Symptome

Die Meningitis wird häufig erst recht spät diagnostiziert, da sie vielseitige Symptome hervorrufen kann. Meist beginnt der Verlauf mit grippeartigen Beschwerden wie Kopfschmerzen und Fieber. Charakteristisch hingegen ist ein steifer Nacken, der plötzlich auftritt. Hinzu kommen oft Hautverfärbungen. Auch:

• Rückenschmerzen
• Lichtempfindlichkeit
• Übelkeit und
• Erbrechen

sind mögliche Symptome einer Meningitis.

Infektion und Übertragung der Erreger

Die häufigste Form der Meningitis ist die virale. In dieser Gruppe sind es oftmals Herpesviren, die für die Erkrankung verantwortlich sind. Aber auch:

• HIV,
• Epstein-Barr-Viren,
• Röteln-Viren,
• Masern-Viren sowie
• FSME-Viren (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

können eine Hirnhautentzündung auslösen. Möglich ist aber auch, dass eine Meningitis durch Pilze entsteht, die sich an der Hirnhaut ausbreiten.

Unter den Bakterien, die eine Meningitis verursachen, findet man häufig Pneumokokken und Meningokokken. Hierzulande kommen von Meningokokken fünf verschiedene Arten vor, die durch die Buchstaben A, B, C, W und Y unterschieden werden.

Die Erreger werden durch vielseitige Übertragungswege verbreitet. Gefährdet sind neben Babys und Kleinkindern Menschen mit einer Immunschwäche sowie Menschen, die sich in Risikogebieten aufhalten.

Die virale Gehirnhautentzündung wird oft im Herbst und im Frühjahr diagnostiziert, während die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) typischerweise im Frühsommer sowie im Sommer vorkommt.

Welche Folgen und Komplikationen sind bei einer Meningokokken-Infektion möglich?

Wird die Meningitis durch Meningokokken hervorgerufen, kann es im Verlauf zu einer Sepsis (Blutvergiftung) kommen. Dies ist bei einem Drittel aller Betroffenen mit dieser Infektion der Fall.

Weitere mögliche Komplikationen sind Gehirnschäden, Lähmungserscheinungen, Krämpfe, Verlust des Gehörsinns, Verwirrtheit und eine bleibende Lernschwäche. Die Meningitis kann sogar lebensbedrohlich werden.

Möglich sind außerdem Ödeme (Wasseransammlungen) im Gehirn, Erkrankungen der Gefäße oder das Übergreifen der Erreger auf das Gehirn (Meningoenzephalitis).

Wie erfolgt die Diagnose einer Meningitis?

Ein bekannter Test ist das sogenannte Kernig-Zeichen. Betroffene sollen dabei im Sitzen ihre Knie strecken. Können sie dies nicht oder ist dies sehr schmerzvoll, ist der Test als positiv anzusehen. Eine Meningitis ist sehr wahrscheinlich.

Darüber hinaus wird der Arzt oder die Ärztin beim Verdacht auf eine Hirnhautentzündung einen weiteren Test durchführen: Dabei wird versucht, den Kopf der Betroffenen vorzubeugen. Kommt es zum reflexartigen Anwinkeln der Beine in den Gelenken der Knie, so ist auch dieser Test positiv.

Ein zuverlässiges Diagnosemittel ist zudem eine Blutanalyse. Hier lassen sich unter anderem typische Entzündungszeichen, gegebenenfalls aber auch die verantwortlichen Erreger oder entsprechende Antikörper finden.

Eine Lumbalpunktion dient ebenfalls der Untersuchung von Antikörpern und Erregern. Hierbei wird mit einer feinen Nadel Hirnwasser aus dem Rückenmark entnommen, welches anschließend im Labor einer umfassenden Untersuchung unterzogen wird.

Eventuell ordnet der Arzt oder die Ärztin auch eine Computertomografie (CT) an, um Schwellungen oder andere Auffälligkeiten im Gehirn zu entdecken. Zeigt der Patient oder die Patientin Krampfanfälle, kann auch ein Elektroenzephalogramm (EEG) sinnvoll sein, um die Gehirnaktivität zu überprüfen.

Welche Therapie wird bei einer Meningitis angewandt?

Ein schneller Therapiebeginn ist bei dieser Erkrankung immens wichtig, denn sie kann in wenigen Stunden lebensbedrohlich werden. Wer typische Symptome feststellt, sollte daher sofort ärztliche Hilfe einholen oder ein Krankenhaus aufsuchen.

Handelt es sich um eine Hirnhautentzündung bakteriellen Ursprungs, ist dies ein besonderer Notfall. Antibiotika und entzündungshemmende Kortikosteroide sind hier die Mittel der Wahl. Die Analyse des verantwortlichen Bakteriums erlaubt es dem Arzt oder der Ärztin, das passende Antibiotikum auszuwählen. Die Antibiotika-Therapie dauert mindestens zehn bis vierzehn Tage. Während dieser Zeit (oder zumindest während der ersten 24 Stunden) sollten Betroffene isoliert werden, damit diese keine weiteren Menschen infizieren.

Bei virenbedingter Meningitis, etwa durch Herpesviren, sind virushemmende Medikamente zur Therapie geeignet.

Infrage kommen bei einer Erkrankung auch blutverdünnende Präparate, die Thrombosen (Blutgerinnsel) verhindern sollen, Mittel gegen Hirnschwellungen sowie gegebenenfalls eine Operation zur Entfernung eines Infektionsherdes, sofern dieser nicht anderweitig eliminiert werden kann.

Prävention: Gibt es Impfungen oder andere Vorbeugungsmaßnahmen gegen die Erreger?

Es gibt eine Impfung, die vor einer Infektion mit Meningokokken der Typen C, B, A, W und Y schützen kann. Diese wird idealerweise bereits im Alter von zwei Jahren verabreicht. So sind Kleinkinder bereits frühzeitig vor dem bakteriellen Erreger der Hirnhautentzündung geschützt. Vor einem Auslandsaufenthalt in einem Risikogebiet, etwa beim Pilgern in Mekka, sollte man eine erfahrene Arztpraxis aufsuchen und klären, ob eine erneute Impfung sinnvoll ist.

Eine Impfung gegen virale oder pilzliche Erreger der Krankheit existiert leider nicht.

Um sich vor diesen zu schützen, sollte man keine Risikogebiete aufsuchen und beim Auftauchen der Erkrankung im Umfeld den Kontakt zu erkrankten Personen unverzüglich vermeiden. Liegt auch nur der Verdacht auf Meningitis vor (etwa durch einen plötzlich steifen Nacken), ist sofort eine Klinik aufzusuchen, um die Ansteckung weiterer Personen zu verhindern. Kinder, die sicher oder möglicherweise erkrankt sind, dürfen keine Gemeinschaftseinrichtungen wie den Kindergarten besuchen, da die Erkrankung sich ansonsten sehr rasch ausbreiten kann – insbesondere, wenn der Impfstatus im Umfeld niedrig ist.

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Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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