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Polyneuropathie – alles, was Du wissen musst!

Polyneuropathie

Die Polyneuropathie ist ein mitunter sehr einschränkendes Krankheitsbild. Worum es sich bei der Krankheit überhaupt handelt, welche Symptome charakteristisch sind und welche Ursachen deren Entstehung begünstigen, kannst Du hier erfahren.

Was ist Polyneuropathie?

Bei einer Polyneuropathie liegt eine Funktionsstörung im peripheren Nervensystem vor. Das periphere Nervensystem umfasst alle Nerven, die außerhalb von Rückenmark und Gehirn verlaufen. Die Symptome der Polyneuropathie sind dabei recht vielfältig und treten vorwiegend in den Extremitäten auf. Meistens sind die Zehen, Füße und Beine häufiger betroffen als die Finger und Hände. Die Krankheit kann die Bewegung, die Muskelkraft und die Empfindung in diesen Körperteilen beeinträchtigen. Die Betroffenen klagen über Missempfindungen, ein gestörtes Temperaturempfinden, Schmerzen, Kribbeln und Krämpfe. Einige Menschen, die an Polyneuropathie leiden, nehmen gar keine Empfindungen und/oder Schmerzen an den betroffenen Körperstellen mehr wahr. Darüber hinaus können unkontrollierte Muskelzuckungen auftreten. Viele Betroffene klagen über eine starke Gangunsicherheit, Unruhe ihrer Bewegungsabläufen und Wunden.

Wann kann eine Polyneuropathie auftreten?

Typischerweise treten Neuropathien im höheren Lebensalter auf. Doch auch Kinder können in jedem Alter unter Polyneuropathie erkranken. Die Erkrankung ist dann meist nicht durch bestimmte Faktoren erworben, sondern genetisch bedingt. Lediglich ein Drittel der Neuropathien im Kindesalter verlaufen chronisch.

Welche Ursachen gibt es für Polyneuropathie?

Für das Entstehen einer Polyneuropathie sind meist mehrere Faktoren verantwortlich. Eine einzige Ursache ist in der Regel zu schwach, um die Krankheit hervorzurufen. Das Positive daran: Werden diese Faktoren geschwächt oder eliminiert, wirkt sich dies sehr günstig auf den weiteren Krankheitsverlauf aus. Häufige Ursachen für eine Polyneuropathie sind Krebserkrankungen, Chemotherapien, Allergien, Umweltgifte wie Giftstoffe und Medikamente, bestimmte Infektionserkrankungen und ein Missbrauch von Alkohol.

Darüber hinaus ist auch der Diabetes mellitus ein häufiger Auslöser der Polyneuropathie. Diabetische Neuropathien treten bei circa einem Drittel der Betroffenen auf. Die Nerven werden hierbei durch langfristig erhöhte Blutzuckerwerte geschädigt. Eine Polyneuropathie kann auch ernährungsbedingt sein. So können ein Mangel an Vitamin B1, Vitamin B12, Vitamin E oder Kupfer das Auftreten der Krankheit begünstigen. Seltener treten Polyneuropathien als Folge von Vergiftungen mit Arsen, Blei oder Quecksilber auf.

Wie kann eine Polyneuropathie behandelt werden?

Die Therapie der Polyneuropathie zielt auf die Linderung der Symptome ab. Zusätzlich wird ursachenabhängig behandelt. Zur Schmerzlinderung sind nicht-opioide Schmerzmittel, sogenannte Analgetika, in vielen Fällen nicht wirksam. Daher werden Polyneuropathien häufig mit krampflösenden Medikamenten, sogenannten Antikonvulsiva, behandelt.

Zu den ursachenspezifischen Behandlungsmethoden zählen unter anderem die Verbesserung des Blutzuckerspiegels bei Diabetes Mellitus, eine Behandlung mit Antibiotika bei einer Borreliose-Infektion oder der Verzicht auf Alkohol bei einer alkoholinduzierten Polyneuropathie. Neben schulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten hat sich auch die Anwendung der Chinesischen Medizin zur Therapie von Polyneuropathie bewährt. Hierzu muss angemerkt werden, dass alternative Behandlungsmethoden, wie die Chinesische Medizin, in der Regel nicht von den Krankenkassen erstattet werden. Normalerweise werden diese privat als sogenannte „IGEL-Leistungen“ abgerechnet und sind vom Betroffenen selbst zu tragen. Dazu zählen unter anderem Akupunktur, Wärmetherapien, Kneippsche Anwendungen, Linsenbäder, Aromatherapien, meditative Übungen und naturheilkundliche Ausleitungstherapien.

Die Betroffenen selbst können durch Eincremen und Massagen der betroffenen Körperteile sowie Wechselduschen ihre Beschwerden lindern. Zudem gibt es zahlreiche Selbsthilfegruppen für Betroffene mit Polyneuropathie. Der Austausch mit Gleichgesinnten kann vor allem das psychische Leiden der Erkrankten massiv lindern.

Wie sind die Aussichten mit Polyneuropathie?

Die Aussicht und Prognose der Polyneuropathie ist sehr unterschiedlich. Wichtig ist, dass alle möglichen Ursachen zur Entstehung einer Polyneuropathie durchgesprochen und individuell behandelt werden. Viele Ursachen, wie zum Beispiel ein Vitamin-B1-Mangel, sind gut behandelbar.

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Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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