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Parkinson – wenn das Vergessen chronisch wird

Parkinson

Die Parkinson-Krankheit tritt meist im Alter zwischen 50 und 79 auf und gilt als eine der fortschreitenden Erkrankungen des zentralen Nervensystems, die am häufigsten vorkommen. Bislang gibt es keine Heilung der Parkinson-Krankheit, sondern nur Behandlungsmethoden, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Weitere Bezeichnungen für Morbus Parkinson sind Schüttellähmung, Paralysis agitans oder idiopathisches Parkinson-Syndrom.

Wie häufig kommt Parkinson vor?

Durch die gesteigerte Lebenserwartung der Bewohner westlicher Industrieländer nimmt die Parkinsonkrankheit immer stärker zu. In Deutschland leiden circa 300.000 bis 400.000 Menschen an Morbus Parkinson. Es wird geschätzt, dass jedes Jahr in Mitteleuropa 15 bis 20 von 100.000 Menschen neu von Parkinson betroffen sind. Insgesamt sind etwa 1 % der Weltbevölkerung, die älter als 60 Jahre ist, an Parkinson erkrankt. Die Krankheit tritt nur sehr selten bereits vor dem 40. Lebensjahr auf, häufiger erkranken Menschen in der Altersspanne zwischen 58 bis 62 Jahren.

Welche Ursachen hat Parkinson?

Bislang konnte noch keine eindeutige Ursache für Parkinson gefunden werden. Vermutet wird, dass mehrere Ursachen gemeinsam als Krankheitsauslöser wirken. Fest steht, dass die Nervenzellen im Gehirn untereinander über bestimmte Schaltstellen, die auch Synapsen genannt werden und die Botenstoffe des Gehirns, auch Neurotransmitter genannt, miteinander kommunizieren.

Die Parkinson-Krankheit entsteht vor allem dadurch, dass ein Mangel des Nervenbotenstoffs Dopamin im Gehirn vorliegt. Da Dopamin bei Parkinson nur in verminderter Form vorhanden ist, wird diese Kommunikation gestört. Der Mangel an Dopamin entsteht dadurch, dass bei Parkinson-Patienten Zellen der Substantia Nigra absterben. Die Substantia Nigra ist im Zusammenhang mit Dopamin entscheidend für die Aktivierung und die Koordination unserer Bewegungen.

Durch den gestörten Regelkreislauf werden weniger Bewegungsabläufe in dieser Hirnregion aktiviert. Der Mangel an Dopamin wirkt sich zudem auch auf weitere Botenstoffe im Gehirn aus. Dazu zählen unter anderem Acetylcholin und Glutamat. Das gestörte Gleichgewicht der äußerst komplexen Abläufe im Gehirn sorgt dafür, dass Parkinson-Patienten Beschwerden bei ihren Bewegungen bemerken.

Wird Parkinson vererbt?

Es wird davon ausgegangen, dass mehr als 80 % der Fälle von Parkinson ohne genetische Ursache auftreten. Dennoch konnten Untersuchungen in Familien von Parkinson-Patienten beweisen, dass die Anlage für die Parkinson-Krankheit in seltenen Fällen vererbt wird.

Welche Symptome zeigen sich bei Parkinson?

Die komplexen Zusammenhänge verschiedener Botenstoffe im Gehirn sorgen dafür, dass es sich lange bemüht, den Mangel an Dopamin so gut wie möglich auszugleichen. Das führt dazu, dass die ersten Symptome von Parkinson erst dann auffallen, wenn bereits 60 % der Nervenzellen in der Substantia Nigra, die Dopamin enthalten, abgestorben sind.

Dadurch wird die Therapie erschwert, denn die Krankheit kann erst dann diagnostiziert werden, wenn sie im Gehirn bereits stark fortgeschritten ist. Es gibt vier klassische Hauptsymptome von Parkinson. Diese sind eine Bewegungsverlangsamung, Zittern, eine Muskelversteifung, sowie eine Störung der Halte- und Stellreflexe.

Woran zeigen sich diese Bewegungsstörungen?

Unter der Bewegungsverlangsamung versteht man, dass beispielsweise ein Arm beim Gehen weniger stark schwingt als der andere und das auch geringer, als es normalerweise auftritt. Vor allem die willkürlichen Bewegungsabläufe wie Drehen, Aufstehen oder Gehen werden nur sehr langsam und unter starken Schwierigkeiten ausgeführt. Auffallend sind auch eine gebeugte Haltung und sehr kleine Schritte bei Parkinson-Patienten. Auch die Bewegung von Mimik und Gestik ist gestört und es treten Schwierigkeiten beim Sprechen, Schlucken, Essen und Schreiben auf.

Der sogenannte Rigor führt dazu, dass die Muskeln bei voll erhaltener Kraft anfangen, zu versteifen. Parkinson-Patienten können daher manche motorischen Prozesse nur in stark abgehackten und ruckartigen Bewegungen ausführen. Das Zittern betrifft vor allem eine Körperseite und zeigt sich an den Händen und Füßen. Die Instabilität der Halte- und Stellreflexe tritt dann auf, wenn unwillkürliche Bewegungen durch einen Reiz ausgelöst werden.

Daher können plötzliche motorische Abläufe wie Stürze nicht mehr durch Muskelanspannungen aufgehalten werden und die Patienten stürzen häufiger. Auch Symptome wie ein verschlechterter Geruchssinn, eine Depression, Gedächtnisprobleme, beeinträchtige Blasenfunktionen, diffuse Schmerzen und Schlafstörungen treten häufig auf und beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen oft stark.

Wie lässt sich Parkinson diagnostizieren?

Die Diagnose erfolgt meistens erst im späteren Stadium der Krankheit. Hinweise können im früheren Verlauf ein gestörter Geruchssinn, eine Verkleinerung der Handschrift, Muskelverspannungen und häufigere leichte Stürze sein. Durch bildgebende Verfahren wie die Computer-Tomographie und die Magnet-Resonanz-Tomografie werden andere Ursachen für die Symptome ausgeschlossen.

Welche Therapie gibt es gegen Parkinson?

Eine Heilung der Krankheit ist bislang noch nicht möglich. Bei der medikamentösen Behandlung von Parkinson wird vor allem versucht, durch Levopoda (L-Dopa) ein Gleichgewicht in die Botenstoffe des Gehirns, die den Bewegungsablauf regeln, zu bringen. Dieses Medikament stellt eine Vorstufe von Dopamin dar und kann im Gehirn zu Dopamin umgewandelt werden. Damit wirkt es sich vor allem auch die Beweglichkeit aus und hilft gegen die steifen Muskeln und das Zittern. Weitere Medikamente enthalten Dopaminagonisten. Diese sollen die Wirkung des Dopamins, das noch vorhanden ist, verstärken und können oral oder über ein Pflaster eingenommen werden.

Außerdem werden Medikamente zur Behandlung von Parkinson genutzt, die dafür sorgen, dass der Abbau von Dopamin im Gehirn verringert wird. Diese verschiedenen Medikamenten-Gruppen werden meistens bei der Behandlung von Parkinson miteinander kombiniert. Da die Symptome jedoch sehr individuell ausgeprägt sein können und jeder Patient unterschiedlich auf die Medikamente ansprechen, ist eine optimale medikamentöse Einstellung äußerst kompliziert.

Zukünftige Therapie-Methoden

Eine große Hoffnung von Ärzten liegt in der Stammzell-Therapie gegen Parkinson. Dabei sollen die abgestorbenen Hirnzellen in der Substantia Nigra durch neue Zellen ersetzt werden.

Es wird derzeit erforscht, ob man Stammzellen aus dem Knochenmark entnehmen und im Gehirn einpflanzen kann, um die durch den Abbau der Dopamin-Nervenzellen entstandenen Defizite auszugleichen. Bislang ist jedoch nicht ausreichend erforscht, welche Wirkungen die Stammzellen im Gehirn bewirken und ob sie den Patienten wirklich nutzen oder sogar schaden können.

Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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