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Mundsoor – was ist das eigentlich?

Mundsoor

Unter einem Soor versteht man eine Infektion von Pilzen der Gattung Candida, weshalb Soor im Fachjargon auch „Candidose“ genannt wird. Eine solche Pilzinfektion kann sowohl die Schleimhäute als auch die Haut eines Menschen betreffen. Gerade Babys leiden neben einem Soor im Mund auch häufig an einem Windelsoor. Dann sind die Pofalten und die äußeren Geschlechtsorgane gerötet und mit Pusteln übersät. Mit einem Mundsoor kann das Kleine auch seine Mutter beim Stillen anstecken. Sie wird dann einen Brustsoor entwickeln.

Eine Candidose kann sich jedoch auch in der Speiseröhre, im Magen-Darm-Trakt, auf Finger- und Fußnägeln und auf den Geschlechtsorganen ausbreiten. Ja, sogar die inneren Organe können vom Candida-Pilz befallen sein.

Wie erkenne ich Mundsoor?

Nicht immer zeigt sich ein Mundsoor eindeutig, denn es gibt drei unterschiedliche Erscheinungsformen. Da wäre zum einen die sogenannte hyperplastische Candidose mit einem festsitzenden weißen Belag auf Schleimhaut und Zunge.

Manchmal zeigen sich bei einem Mundsoor die Schleimhäute auch tiefrot mit kleinen Sprenkeln darauf, die man mit dem Finger wegwischen kann. Doch diese Sprenkel wachsen und werden größer, wenn man den Mundsoor nicht behandelt. Sie bilden dann größere Flecken und weiten sich bis in den Rachen und in die Speiseröhre aus. Dies nennt man die pseudomembranöse Candidose. Sie tritt am häufigsten auf.

Die dritte Form ist die erythematose Candidose, die keine weißen Beläge aufweist, sondern ausschließlich eine brennende, stark gerötete Schleimhaut.

Wenn die Erkrankten bereits sprechen können, werden sie über ein brennendes Gefühl im Mund klagen. Bei manchen wird sich der befallene Bereich auch pelzig anfühlen. Die Erkrankung führt fast immer zu einem trockenen Mund und damit auch zu vermehrtem Durst. Mundsoor-Patienten haben auch immer einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Mundgeruch.

Woher kommt Mundsoor?

Bei Babys ist es oft die Mutter, die den Soor überträgt. Entweder hatte sie – was am Ende einer Schwangerschaft häufig vorkommt – eine Scheideninfektion und überträgt die Candida-Erreger beim Geburtsvorgang. Oder die Mutter hat selbst einen Mundsoor und das Kind über den Schnuller und die Angewohnheit, ihn selbst abzulecken, infiziert.

Erwachsene bekommen Mundsoor, wenn sie bestimmte Medikamente einnehmen müssen, wie beispielsweise Antibiotika oder Asthmasprays mit Cortison. Auch fehlende Mundhygiene, schlechtsitzende Zahnprothesen oder Rauchen begünstigen die Entstehung einer solchen Pilzinfektion. Kleine Verletzungen machen es den Pilzen leicht, in die Mundschleimhaut einzudringen und sich dort zu vermehren. Ältere und kranke Menschen mit wenig Widerstandskraft sind dabei besonders gefährdet.

Wie behandle ich Mundsoor?

Ein Mundsoor ist keine wirklich gefährliche Krankheit, aber sie ist unangenehm und gehört auf jeden Fall in ärztliche Behandlung. Der Arzt bzw. die Ärztin wird sogenannte Antimykotika verschreiben, die es in verschiedenen Darreichungsformen wie Lutschtabletten, Mundspülungen, Mundgele oder Suspensionen gibt. Diese pilzabtötenden Mittel sollten acht bis zehn Tage lang konsequent angewendet werden, um den Pilz zuverlässig auszurotten.

Doch manchmal bleibt der Soor hartnäckig und kommt trotz aller Bemühungen wieder. Dann wird häufig ein Antipilzmittel verschrieben, das systemisch, also im ganzen Körper wirkt. So werden auch Pilze in Magen und Darm abgetötet und die Betroffenen können sich nicht selbst immer wieder erneut mit ihnen infizieren.

Wie beuge ich einem Mundsoor vor?

Schnuller, Sauger und Beißspielzeuge sollten grundsätzlich regelmäßig desinfiziert oder zumindest heiß abgewaschen werden.

Für Erwachsene und ältere Menschen ist eine sorgfältige Mundhygiene wichtig, wenn sie einem Mundsoor vorbeugen wollen. Insbesondere die Träger einer Zahnprothese oder -spange sollten darauf achten, dass diese richtig sitzen und keine Verletzungen verursacht. Auch die Zahnbürste sollte regelmäßig mit heißem Wasser gereinigt und alle paar Wochen ausgetauscht werden.

Menschen mit einer Immunschwäche oder Kranke, die künstlich ernährt werden, können immer wieder einen Soor bekommen. Hier kann vorbeugend ein Antimykotikum verschrieben werden. Parallel dazu sollten die Betroffenen darauf achten, ihren Mund stets so feucht wie möglich zu halten. Dann hat der Mundsoor keine Chance.

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Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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