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HPV – es kann jeden treffen

Humanen Papillomvirus

Der Begriff des Humanen Papillomvirus (HPV) fällt des Öfteren, doch worum handelt es sich dabei eigentlich? Die wichtigsten Infos über das Virus, mögliche Erkrankungen und deren Vorbeugung findest Du hier.

Was sind HP-Viren?

Die Humanen Papillomviren (HP-Viren) gehören zu einer Kategorie von Viren, die sich aus über 100 diversen Untertypen zusammensetzt. Gefährlich sind sie insbesondere für die Haut sowie die Schleimhäute. HP-Viren sind sexuell übertragbar und führen zu Veränderungen jener Hautstellen, die mit den Viren in Kontakt kommen. So kann es passieren, dass Du Dich beim Sex mit den Viren infizierst und sich Warzen im Genitalbereich (Feigwarzen) entwickeln.

Feigwarzen oder Gebärmutterhalskrebs durch HPV?

Je nach Art der HP-Viren, mit denen Du Dich infiziert hast, können verschiedene Erkrankungen entstehen. Am häufigsten sind die bereits erwähnten Feigwarzen. Dabei entwickeln sich im Genitalbereich Warzen, die sich teilweise miteinander verbinden und regelrechte Teppiche bilden. Ist die Warzenbildung umfangreicher, können außerdem Spannungsgefühle und Hautrisse vorkommen. HP-Viren, die Feigwarzen verursachen, bezeichnet man auch als Low-Risk-Viren. Obwohl Feigwarzen nämlich eine sehr unangenehme Erkrankung darstellen und die Betroffenen meist unter großer Scham leiden, sind sie nicht lebensbedrohlich.

Anders verhält es sich bei den High-Risk-Viren. Infiziert man sich mit dieser Form von HPV, besteht insbesondere für Frauen eine erhebliche Gefahr. Denn diese HP-Viren verursachen Gebärmutterhalskrebs. In der überwiegenden Mehrheit aller Krebserkrankungen dieser Art konnten die Papillomviren HPV 16 und HPV 18 nachgewiesen werden.

Wie erfolgt die Infektion mit HPV?

Die Übertragung des Humanen Papillomvirus erfolgt vor allem durch Hautkontakt. Deshalb besteht insbesondere beim Sex die Gefahr einer zunächst unbemerkten Ansteckung. Durch den intensiven Kontakt der Haut beim Geschlechtsverkehr verhindern nicht einmal Kondome die Ansteckungsgefahr. Ferner gibt es auch Berichte von Schmierinfektion durch das Berühren von Gegenständen, allerdings sind diese Fälle selten.

Eine Infektion ist selbstverständlich auch bei analem oder oralem Verkehr möglich und betrifft dann zunächst die beim Sex in Kontakt gekommenen Hautbereiche. Wer sich einmal mit den HP-Viren angesteckt hat, kann die Viren ungewollt weiterverbreiten, etwa vom Genitalbereich auf andere Hautstellen.

Dies kann beispielsweise beim Rasieren geschehen, wenn die selben Rasierklingen nach der Schamhaarrasur für andere Stellen des Körpers verwendet werden. Frauen übertragen HPV während der Schwangerschaft nur selten auf das ungeborene Kind.

Wie lässt sich das Humane Papillomvirus diagnostizieren?

Du hast den Verdacht, Dich mit HPV angesteckt zu haben? Dann mach Dich auf den Weg in fachkundige Hände der Gynäkologie oder Urologie. Im Fall von Symptomen im Mundbereich kannst Du Dich an einen HNO-Arzt oder eine HNO-Ärztin wenden und bei einer Erkrankung anderer Körperregionen an den Hautarzt oder die Hautärztin. Die Diagnose erfolgt mittels einer Laboruntersuchung.

Dazu wird eine Gewebeprobe der betroffenen Hautstelle entnommen und labortechnisch analysiert. Im Labor wird mittels einer speziellen Reaktion, nämlich der Polymerase-Kettenreaktion, die DNA des Virus identifiziert. Dabei ist es sogar möglich, den jeweils vorliegenden Typ von HPV festzustellen. Wenn nur sehr wenige Viren in der Probe vorhanden sind, kann es passieren, dass das Laborergebnis negativ ausfällt, obwohl tatsächlich eine Infektion vorliegt.

Kann man das Humane Papillomvirus durch eine Therapie beseitigen?

Die medizinische Forschung ist derzeit noch damit beschäftigt, Methoden zur Therapie von HPV zu entwickeln. Denn leider existiert aktuell noch kein Wirkstoff, der das Virus nach einmal erfolgter Ansteckung aus dem Körper beseitigen könnte. Die mit HPV häufig verbundenen Feigwarzen lassen sich chirurgisch entfernen oder verätzen. Dadurch heilen die Hautbereiche üblicherweise, wobei dennoch Rückfälle möglich sind. Generell heilen jedoch viele Warzenbildungen von selbst.

Doch nicht jede HP-Infektion führt zu einer Erkrankung wie Feigwarzen oder Gebärmutterhalskrebs. In vielen Fällen bleibt die Ansteckung vollkommen folgenlos – und damit oft unbemerkt. So kann es auch passieren, dass infizierte Personen selbst nichts von ihrer Ansteckung mitbekommen und das Virus auf andere Menschen übertragen. Zur eigenen Sicherheit und derer der Mitmenschen ist es deshalb nicht verkehrt, sich hin und wieder ärztlich auf HPV testen zu lassen.

Wie kann ich HPV vorbeugen? Gibt es eine Impfung?

Einen Impfschutz gegen HPV gibt es auch, allerdings macht eine Impfung ausschließlich vor dem ersten Sexualkontakt Sinn. Die Impfung wirkt gegen sieben HPV-Virentypen, sowie gegen die gefährlichsten Erreger HPV 16 und HPV 18.

Daher empfiehlt auch Die Ständige Impfkommission (STIKO) der Bundesregierung die Impfung – idealerweise sollte diese zwischen 9 bis 14 Jahren erfolgen. Neben den üblichen körperlichen Reaktionen wie Fieber treten schwerwiegende Nebenwirkungen nur selten auf.

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Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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