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Hüftdysplasie – was ist das genau und wie kann man sie behandeln?

Hüftdysplasie

Der Bewegungsapparat ist bei neugeborenen Babys noch nicht fertig ausgereift. Während das Kind heranwächst, entwickelt sich der Körper stetig weiter. Es existieren jedoch manchmal bei der Geburt schon Fehlstellungen, die angeboren sind. Zu diesen Fehlbildungen gehört auch die Hüftdysplasie oder Hüftgelenksdysplasie. Sie ist die häufigste angeborene Fehlbildung und betrifft häufiger Mädchen als Jungen. Eine angeborene Hüftgelenksdysplasie sollte unbedingt rechtzeitig korrigiert werden, da das Kind ansonsten bleibende Schäden davontragen kann.

Was genau ist denn nun eine Hüftdysplasie und wie kommt es dazu?

Eine Hüftdysplasie ist eine angeborene oder erworbene Fehlbildung der Hüftgelenkspfanne. Das ursächliche Entstehen ist noch nicht abschließend geklärt, jedoch werden genetische Ursachen, neurologische und muskuläre Erkrankungen, sowie das hormonelle Milieu und die Lage des Kindes in der Gebärmutter diskutiert.

Eine Hüftdysplasie kann sich entweder nur an einem Hüftgelenk auswirken oder sogar an beiden Gelenken entstehen. Die bleibende Schädigung durch eine Hüftgelenksdysplasie entsteht in den meisten Fällen durch die Störung der Verknöcherung des Hüftgelenks, wodurch der Hüftgelenkskopf keinen anständigen Halt mehr in der Hüftgelenkspfanne findet.

Da das Hüftgelenk ein Kugelgelenk ist, besteht es aus einer Pfanne und einem Kopf. Die Hüftgelenkspfanne setzt sich aus den Beckenknochen zusammen und sichert dem Gelenkkopf eine gute Stabilisierung. Der Hüftgelenkskopf ist Teil des Oberschenkelknochens.

Bei der Hüftgelenksdysplasie ist das Pfannendach eher flach und steil gestellt, was zu Komplikationen führt und dem Gelenkkopf nun keine gute Stabilisierung sichert. Einerseits kann der Hüftgelenkskopf dadurch leichter aus der Pfanne herausgleiten und begünstigt somit eine Hüftgelenksluxation. Andererseits wird dem Hüftgelenkskopf nicht genug Widerstand geboten, was seinen Wachstumsreiz mindert. Dadurch bleibt das betroffene Hüftgelenk im Wachstum zurück.

Im Neugeborenenalter besteht das Hüftgelenk noch aus Knorpel, weil die Verknöcherung Zeit braucht. Die Knorpelsubstanz wird im Laufe des ersten Lebensjahres allmählich durch Knochensubstanz ersetzt. Damit die Verknöcherung normal ablaufen kann, ist eine korrekte Stellung von Hüftpfanne zu Hüftkopf notwendig. Wenn hier aber eine Fehlstellung von Anfang an vorhanden ist und somit die Stellung von Hüftkopf zu Hüftpfanne nicht richtig ist, kann es zu einer Verknöcherung genau dieser Fehlstellung kommen. Das kann sich auf das Hüftgelenk unvorteilhaft auswirken und die Funktion des Gelenks sehr schwer beeinträchtigen. Durch das verformte Knochengewebe wird die Hüfte instabil und ist kaum beweglich. Betroffene bekommen Probleme beim Laufen. Vor allem Babys leiden stark darunter, da sie kein richtiges Gehen erlernen können.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Hüftdysplasie?

In den ersten Lebenswochen eines Neugeborenen fällt eine Hüftgelenksdysplasie nicht immer sofort auf. Jedoch kann eine sorgfältige und rechtzeitige Durchführung der dazu notwendigen klinischen Tests eine Instabilität des Hüftgelenks aufzeigen.

Wenn diese Instabilität nicht frühzeitig entdeckt wird, zeigt sich im Alter von einigen Wochen eine zunehmende Abspreizhemmung des betroffenen Beines. Das bedeutet, dass der Säugling seine Beine nur unvollständig abspreizen kann. Außerdem sieht man da auch schon eventuell eine Asymmetrie der Gesäß- und Oberschenkelfalten.

Die Hüftdysplasie alleine macht am Anfang noch keine starken Beschwerden, wird sie aber nicht frühzeitig erkannt, können Schäden an Hüftpfanne und Hüftkopf entstehen.

Ohne eine rechtzeitige und ordentliche Korrektur der Hüftdysplasie führt diese Fehlfunktion zu schwerwiegenden Schädigungen und Zerstörungen des Gelenks, die natürlich auch mit Schmerzen einhergehen. Durch die Fehlstellung der Beine haben Betroffene Schwierigkeiten beim Laufen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Luxation des Hüftgelenks, was die Behandlung um einiges schwieriger macht.

Viele Patienten, die an einer unkorrigierten Hüftdysplasie leiden, laufen nicht nur Gefahr, das Gehen nicht richtig erlernen zu können, sondern auch in relativ jungen Jahren ein künstliches Hüftgelenk zu benötigen.

Wie wird die Hüftgelenksdysplasie festgestellt?

In der Regel wird heutzutage die Diagnose der Hüftdysplasie in den ersten Tagen oder Wochen nach der Geburt während einer Vorsorgeuntersuchung mit dem Ultraschallgerät gestellt. Eine Röntgenuntersuchung ist normalerweise nicht nötig. Ein Röntgenbild wird üblicherweise nur nach Abschluss der Behandlung gemacht, um etwaige Störungen des Knochenwachstums aufzudecken.

Wie kann diese Instabilität des Hüftgelenks behandelt werden?

Wie bei anderen Erkrankungen oder Fehlstellungen im Kindesalter ist eine rechtzeitige und frühzeitige Therapie das A und O. Sobald eine Hüftdysplasie vom Arzt diagnostiziert wird, sollte mit der richtigen Behandlung angefangen werden. Je früher, desto eher ist eine vollständige Heilung durchführbar. Die Art und Dauer der jeweiligen Therapie ist vom Schweregrad der Fehlstellung abhängig.

Die konservative Behandlung bei einer Hüftdysplasie wird mit einer Spreizhose durchgeführt. Der Trick liegt hier darin, dass durch das Strampeln des Säuglings in dieser speziellen Hose, die dysplastischen Knochenanteile zum Wachstum angeregt werden.

Falls erst im Kleinkindalter die Hüftgelenksdysplasie korrigiert wird, kann die konservative Behandlung zu keinem Erfolg mehr führen. Hier muss dann operiert werden.

Wie kann einer Hüftdysplasie vorgebeugt werden?

Leider ist keine Prävention möglich und einer Hüftdysplasie kann nicht speziell vorgebeugt werden. Wichtig ist die Vorsorgeuntersuchung, die auf keinen Fall unterlassen werden sollte. Jedes Neugeborene muss in den ersten Lebenswochen vom Arzt auf eine Hüftdysplasie untersucht werden. Um diese sicher zu diagnostizieren, wird der Arzt eine Ultraschall-Untersuchung durchführen.

Bei frühzeitiger Behandlung ist die Prognose aber sehr gut. Je früher die Therapie einsetzt, desto kürzer dauert sie und desto früher ist eine vollständige Heilung möglich.

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Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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