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Hashimoto-Thyreoiditis – wenn die Schilddrüse ihr eigener Feind wird

Hashimoto thyreoiditis

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Das bedeutet, der Körper greift selbst seine Schilddrüse an und beeinträchtigt ihre Funktion. Doch warum macht er das, was sind die Folgen und wie lässt er sich dabei aufhalten?

Was bedeutet Hashimoto-Thyreoiditis?

Der japanische Arzt Hakaru Hashimoto ist der Namensgeber dieser Erkrankung. Die Bezeichnung Thyreoiditis leitet sich vom lateinischen Ausdruck „Glandula thyreoidea“ für die Schilddrüse ab. Die Endung „-itis“ deutet in der medizinischen Sprache immer auf eine Entzündung hin. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich also um eine Entzündung der Schilddrüse, die durch den Namenszusatz genauer definiert ist.

Welche Aufgaben erfüllt die Schilddrüse normalerweise?

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ in Form eines Schmetterlings, das links und rechts unterhalb des Kehlkopfes neben der Luftröhre liegt. Von dort aus sendet sie Signale an nahezu alle anderen Organe des Körpers, indem sie die Hormone Trijodthyronin (T3) und Levothyroxin (L-Thyroxin, T4) sowie Calcitonin in die Blutbahn ausschüttet.

Auf diese Weise beeinflusst die Schilddrüse den Stoffwechsel und die Verdauung genauso wie das Herz-Kreislauf-System und das Nervensystem. Außerdem sind die Schilddrüsenhormone an der Regulation der Körpertemperatur und am Mineralstoffhaushalt beteiligt. Auch das Immunsystem und andere Hormone stehen unter dem Einfluss der Schilddrüse. Die Schilddrüse ist also ein kleines Organ mit sehr großer Wirkung.

Was geschieht bei einer Hashimoto-Thyreoiditis mit der Schilddrüse?

Bei der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis richtet sich das Immunsystem gegen die eigentlich gesunde Schilddrüse. Das Immunsystem hält die Zellen der Schilddrüse fälschlicherweise für Eindringlinge und folgert daraus, dass es diese bekämpfen muss.

Es kommt zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse. Dazu bilden Immunzellen Antikörper aus, die an bestimmte Eiweiße der Schilddrüsenzellen binden. Das Immunsystem zerstört daraufhin die durch die Antikörper markierten Schilddrüsenzellen, die die Hormone T3 und T4 bilden. Das Hormon Calcitonin ist in der Regel nicht direkt betroffen, da es von anderen Zellen der Schilddrüse stammt.

Welche Verlaufsformen der Hashimoto-Krankheit gibt es?

Bei der hierzulande häufigeren Verlaufsform der Hashimoto-Krankheit verkleinert sich die Schilddrüse, woraufhin sie nicht mehr genügend Hormone bilden kann. Es entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion, also ein Mangel an den Hormonen T3 und T4. Eine andere Verlaufsform der Hashimoto-Thyreoiditis führt zu einer Vergrößerung der Schilddrüse, die ebenfalls einen Funktionsverlust und eine Schilddrüsenunterfunktion zur Folge hat.

Was sind die Ursachen der Schilddrüsenerkrankung?

Selbst Wissenschaftler wissen nicht genau, weshalb sich eine Hashimoto-Thyreoiditis entwickelt. Neben einer genetischen Veranlagung halten Forscher auch Viruserkrankungen oder Stress für einen möglichen Auslöser. Ebenso kommen Umwelteinwirkungen oder eine zu hohe Jodaufnahme als Ursache der Schilddrüsenfunktionsstörung in Frage.

Welche Symptome treten bei einer Hashimoto-Thyreoiditis auf?

Die Symptome der Hashimoto-Krankheit können sehr vielfältig ausfallen. Schließlich beeinflussen die Schilddrüsenhormone den gesamten Organismus. Langfristig spüren Betroffene die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion. Dazu zählen typischerweise Müdigkeit und Antriebslosigkeit sowie Gewichtszunahme. Häufig verspüren Erkrankte zudem einen Kloß im Hals und leiden unter trockener Haut und Haarausfall. Eine körperliche und mentale Leistungsschwäche ist wie eine zu träge Darmfunktion, ebenfalls keine Seltenheit bei einer Schilddrüsenunterfunktion.

Wie kann es zu einer Schilddrüsenüberfunktion kommen?

Vorrübergehend können auch Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion wie Herzrasen und Unruhe auftreten. Dies geschieht oft zu Beginn der Krankheit oder in Form von Schüben immer mal wieder. Denn die Schilddrüsenzellen sind so angeordnet, dass sie eine Art Sammelbecken für die Schilddrüsenhormone bilden. Durch die Zerstörung der Schilddrüsenzellen entsteht ein Leck im Sammelbecken und die darin gespeicherten Hormone strömen alle auf einmal in die Blutbahn. Folglich steigt der Schilddrüsenhormonspiegel im Blut plötzlich stark an. Dieser Zustand ist auch als „Hashi-Toxikose“ bekannt.

Ist die Autoimmunerkrankung selbst zu spüren?

Die Schilddrüsenfehlfunktion ist nicht unbedingt alles, womit sich Hashimoto-Erkrankte herumplagen müssen. Denn die Autoimmunerkrankung kann sich auch selbst bemerkbar machen. Schließlich liegt bei der Hashimoto-Thyreoiditis eine chronische Entzündung vor. Diese kann Symptome wie Schmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl auslösen. Für Hashimoto-Betroffene besteht außerdem ein erhöhtes Risiko, weitere Autoimmunerkrankungen zu entwickeln.

Wie erfolgt die Diagnose einer Hashimoto-Thyreoiditis?

Zu Beginn der Diagnose nimmt der Arzt oder die Ärztin die nicht enden wollende Liste der Symptome auf. Einige Patienten und Patientinnen erleben womöglich einen Aha-Effekt, weil sie bis dahin gar nicht alle Beschwerden als krankhafte Symptome wahrgenommen haben. Daraufhin folgt die Blutuntersuchung, die Aufschluss über den Schilddrüsenhormonspiegel gibt. Neben der Konzentration von T3 und T4 spielt der sogenannte TSH-Wert eine Rolle.

TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) regt die Schilddrüse an, mehr Hormone zu bilden. Erhält der Körper genügend T3 und T4, ist der TSH-Wert verhältnismäßig niedrig. Liegt eine Schilddrüsenunterfunktion vor, ist der TSH-Wert erhöht. Ein erhöhter TSH-Wert muss jedoch nicht zwangsläufig auf eine Hashimoto-Thyreoiditis hinweisen. Daher ist eine Ultraschalluntersuchung für eine gesicherte Diagnose unverzichtbar. Im Ultraschallbild kann der Arzt oder die Ärztin die typischen Veränderungen der Schilddrüse sehen, wenn eine Hashimoto-Krankheit vorliegt.

Welche Therapie gibt es für Hashimoto-Betroffene?

Hashimoto-Thyreoiditis gilt als unheilbar, aber behandelbar. Betroffene nehmen die fehlenden Schilddrüsenhormone in Form einer täglichen Tablette ein. Allerdings kann die Einstellung der Schilddrüsenhormone sehr langwierig sein. Dafür können eine ausgewogene Ernährung und die Einnahme bestimmter Vitamine und Mineralstoffe die Lebensqualität zusätzlich steigern. Erfahrungsberichten zufolge spielen vor allem Vitamin D und Selen, aber auch Zink und Magnesium eine entscheidende Rolle.

Insgesamt sind die Erfahrungen mit der Hashimoto-Thyreoiditis noch nicht sehr umfangreich, sodass es noch nicht sehr viele diesbezüglich fachkundige Ärztinnen und Ärzte gibt. Informiere Dich bei Deinem Hausarzt oder Deiner Hausärztin und lasse Dich gegebenenfalls fachärztlich überweisen.

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Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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