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Gürtelrose – das Erbe der Windpocken

Guertelrose

Erst fühlt es sich an wie ein grippaler Infekt: Müdigkeit, Fieber und ein starkes Krankheitsgefühl. Doch dann kommen brennende Schmerzen und Bläschen auf der Haut hinzu. Wenn Du früher einmal Windpocken hattest, ist der Fall klar: Es ist Gürtelrose! Was so harmlos klingt, ist sehr schmerzhaft und kann gefürchtete Komplikationen nach sich ziehen.

Was ist der Auslöser für eine Gürtelrose?

Auslöser der Gürtelrose, auch Herpes Zoster genannt, ist das Varizella-Zoster-Virus (VZV). Die Klassifikation für das Virus lautet auch HHV-3, für humaner Herpes Virus Typ 3. Weitere prominente Angehörige der „Herpes-Familie“ führen zu Lippenherpes, Pfeifferschem Drüsenfieber und Zytomegalie. VZV befällt (bislang) ausschließlich Menschen und ist für gleich zwei unangenehme Krankheiten zuständig: Windpocken und Gürtelrose. Dabei bekommt eine Gürtelrose nur, wer vorher bereits die Windpocken hatte. Wer gegen Windpocken mit einem Lebendimpfstoff geimpft wurde, kann auch erkranken. Das passiert allerdings sehr viel seltener und der Verlauf der Erkrankung ist meist harmloser.

Wer bekommt die Gürtelrose?

Die Windpocken sind eine klassische Kinderkrankheit, die über Tröpfchen, also über die Luft, übertragen wird. Meist erkranken Kinder oder Jugendliche. Nachdem die Windpocken abgeheilt sind, verlässt das Windpockenvirus den Körper leider nicht mehr. Das haben alle Herpesviren gemeinsam.

Das Virus zieht sich in die Hirnnerven oder in die Nervenwurzeln des Rückenmarks zurück. Dort kann es jederzeit aktiviert werden und es kommt zur Gürtelrose. Diese Auslöser sind wissenschaftlich noch nicht genau verstanden, jedoch steigt die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung mit dem Lebensalter. Wer in jüngeren Jahren erkrankt, hat oft eine schwere Vorerkrankung oder ein geschwächtes Immunsystem. Auch Stress, seelische Belastungen, UV – und Röntgenstrahlung oder Infektionen können die Gürtelrose auslösen. Normalerweise bekommt man die Gürtelrose nur einmal. Wer aber besonderen Stress durch schwere Erkrankungen, Medikamente, etc. hat, kann auch mehrfach erkranken.

Woran erkenne ich die Gürtelrose?

In den ersten ein bis zwei Tagen kündigt sich die Gürtelrose mit Kopf – und Gliederschmerzen an. Dann kommen leichtes Fieber und die typischen, brennenden Schmerzen, meist auf einer Körperhälfte, hinzu. Die Schmerzen ziehen sich entlang der Nervenbahnen, an denen sich das Virus nach seiner Aktivierung ausbreitet. Die Haut darüber ist gerötet und es bilden sich kleine Knötchen, die sich zu etwa Reiskorn großen Bläschen umwandeln.

Normalerweise betrifft das vor allem den Oberkörper. Die Bläschen breiten sich gürtelförmig aus, daher der Name Gürtelrose. Aber auch im Gesicht und im Genitalbereich können sie auftreten und sich schnell auf andere Körperteile ausbreiten. Der Schweregrad des Befalls und der Schmerzen kann sehr unterschiedlich sein. Kleinere Kinder bekommen meist weniger Bläschen als ältere Menschen.

Wie wird die Krankheit behandelt?

Wenn Du schmerzhafte, sich ausbreitende Bläschen am Körper oder im Gesicht entdeckst, solltest Du unverzüglich ärztlichen Rat einholen. Eine Behandlung in den ersten 72 Stunden der Krankheit kann den Verlauf positiv beeinflussen. Denn die richtige Behandlung verkürzt die Erkrankung, lindert die Schmerzen und verhindert schwere Komplikationen. Damit ist die Gürtelrose nach spätestens vier Wochen ausgestanden.

In der Therapie wird das Virus mit einem Virostatikum an der weiteren Ausbreitung gehemmt. Damit kommt auch die Ausbreitung der schmerzenden Bläschen auf der Haut zum Stillstand und sie heilen schneller ab. Das Abheilen kann zusätzlich mit diversen speziellen Salben weiter unterstützt werden. Diese verhindern auch die spätere Narbenbildung, denn die entzündete Haut sollte gut gepflegt werden. Gegen die Schmerzen helfen gängige Schmerzmittel. Da die Schmerzen der Krankheit teilweise sehr stark sein können, sollten Schmerzmittel rechtzeitig und konsequent zum Einsatz kommen. Das verringert das Risiko noch lange nach der Erkrankung an schweren (postherpetischen) Nervenschmerzen zu leiden. Neben der Behandlung mit den diversen Medikamenten ist Ruhe sehr wichtig. Die Gürtelrose ist in vielen Fällen eine Krankheit, die anzeigt, dass der Körper unter massivem Stress steht und jetzt absolute Ruhe benötigt.

Was kann passieren, wenn ich nicht zu einem Arzt oder einer Ärztin gehe?

Schon bei den ersten Anzeichen einer Gürtelrose solltest Du sofort ärztlichen Rat einholen! Je schneller die Gürtelrose behandelt wird, umso geringer ist die Gefahr, dass Komplikationen eintreten. Das gilt vor allem für die gefürchtete Post-Zoster-Neuralgie, die noch Monate und Jahre nach der Erkrankung heftige Nervenschmerzen verursachen kann. Aber auch schwere Komplikationen, wie ein Befall der Augen, der inneren Organe oder Lähmungen sollten unbedingt verhindert werden. Daneben können sich bei ungebremstem Verlauf das Rückenmark, die Hirnhaut oder das Gehirn selbst entzünden. Eher harmlos aber unschön, ist eine Verfärbung der Haut an den Stellen, die ehemals von den Bläschen befallen waren.

Es gilt, je jünger man ist und je früher eine Behandlung erfolgt, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen. Bei Kindern und Menschen ohne Vorerkrankung oder geschwächtes Immunsystem verläuft die Gürtelrose oft harmlos und heilt gut ab.

Kann ich vorbeugen?

Vor allem HIV-Patientinnen und -Patienten und Personen mit geschwächter Immunabwehr haben ein höheres Risiko an Gürtelrose zu erkranken. Übertragen wird sie durch Schmierinfektion. Der oder die Infizierte bekommt dann nicht die Gürtelrose, sondern die Windpocken. Das bedeutet, dass die Ansteckungsgefahr, die von einer Gürtelrose ausgeht, eher gering ist. Von Schwangeren sollten sich Gürtelrose-Betroffene jedoch unbedingt fernhalten. Denn eine Windpockeninfektion in der Schwangerschaft ist für das ungeborene Kind gefährlich.

Mittlerweile gibt es auch eine Impfung gegen Gürtelrose. Diese zählt aber nicht zu den empfohlenen Standardimpfungen und ist umso weniger wirksam, je älter der Patient oder die Patientin ist. Die Frage, ob eine Impfung gegen Gürtelrose empfehlenswert ist, ist vom Einzelfall abhängig und sollte fachärztlich geklärt werden.

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Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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