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Gicht – Schmerzen in den Gelenken

Gicht

Die Gicht zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Stoffwechsels und führt bei den Betroffenen zu schmerzhaften Entzündungen in unterschiedlichen Gelenken. Im Folgenden soll die Krankheit definiert, mögliche Ursachen aufgezeigt und das Diagnoseverfahren erläutert werden. Darüber hinaus wird dargestellt, welche Therapie- und Präventionsmaßnahmen es gibt.

Welche Symptome hat Gicht?

Die Gicht wird in medizinischen Fachkreisen auch als Arthritis urica bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Störung des Stoffwechsels. Dabei lagern sich Kristalle der Harnsäure in den Gelenken ab. Hauptsächlich betroffen ist das Großzehengrundgelenk und die Fingergelenke. Die Harnsäure ist ein Abbauprodukt des menschlichen Stoffwechsels. Sie entsteht, wenn Purine (Bausteine der DNA) abgebaut werden. Bei gesunden Menschen herrscht ein Gleichgewicht zwischen dem Ab- und Aufbau von Purinen. Bei Menschen mit Gicht ist dies nicht der Fall. Die Betroffenen weisen erhöhte Harnsäurespiegel in ihrem Blut auf. Dieser Zustand wird auch Hyperurikämie genannt. Diese liegt vor, wenn der Harnsäurespiegel über 6 Milligramm pro Deziliter Blut bei Frauen, bzw. 7 Milligramm pro Deziliter Blut bei Männern liegt.

Welche Ursachen für die Gicht gibt es?

Die Ursachen einer Gicht sind unterschiedlich. Zu den hauptsächlichen Ursachen zählen unter anderem:

– Krankheiten, die einen gesteigerten Zerfall von Zellen begünstigen
– Funktionsstörung der Nieren
– Genetische Defekte
– Eine purinreiche Ernährung

Wie unterscheidet sich die akute von der chronischen Gicht?

Unter einem akuten Anfall wird eine plötzlich auftretende Entzündung eines oder mehrerer Gelenke bezeichnet. Dieses Stadium wird mit dem der Hyperurikämie gleichgesetzt. Die Entzündung wird in vielen Fällen durch eine an Purinen reiche Mahlzeitenaufnahme ausgelöst. Im Akutstadium leiden Betroffene an massiven Schmerzen in den betroffenen Gelenken. Darüber hinaus können Rötungen und Schwellungen sowie eine deutliche Überwärmung der Gebiete auftreten. Die Entzündung tritt in den meisten Fällen im Großzehengrundgelenk auf. Aber auch jedes andere Gelenk kann von einem Gichtfall betroffen sein.

Bleibt eine Hyperurikämie unbehandelt, können sich die Kristalle der Harnsäure auch in anderen Organen ablagern. Hiervon ist besonders die Niere betroffen. Die Ablagerung des Abbauprodukts in andere Organe wird als chronische Gicht bezeichnet. Dieses Krankheitsbild kommt durch die Gab vone harnsäuresenkenden Arzneimitteln heutzutage nur noch sehr selten zum Vorschein.

Wer ist von Gicht betroffen?

Jeder zehnte Betroffene, der eine Hyperurikämie entwickelt, leidet früher oder später an der Gicht. Dabei stellt die Gicht in der westlichen Welt eine der häufigsten Erkrankungen des Stoffwechsels dar.

Wie wird eine Gicht diagnostiziert?

Die Diagnosemaßnahmen einer Gicht sind breit gefächert. Zunächst wird ein umfassendes Anamnesegespräch geführt. Da bestimmte Lebensstilfaktoren wie eine purinreiche Ernährung oder der Konsum von Alkohol das Auftreten der Entzündungen begünstigt, werden diese Faktoren abgefragt. Wichtig ist es zudem aufzudecken, ob ein naher Verwandter an einer Gicht leidet. Darüber hinaus werden betroffene Gelenke klinisch untersucht und der Harnsäure-Spiegel durch eine Blutentnahme bestimmt.

Weiterhin kommen Röntgenaufnahmen der betroffenen Gelenke in Betracht. Diese Gelenkentzündung kann zum Beispiel nach einer Operation auftreten. Um diese Erkrankung sicher auszuschließen, wird der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin eine Punktion des betroffenen Gelenks/der betroffenen Gelenke anordnen. Unter einer Punktion wird die Entnahme von Gewebsstücken oder Flüssigkeiten verstanden.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Wird ein akuter Gichtanfall rechtzeitig und sachgemäß behandelt, tritt in der Regel keine chronische Gicht auf. Die Betroffenen können in diesem Fall ein normales und symptomfreies Leben führen. Die Gicht ist eine lebensstilabhängige Erkrankung, was sich auch in der Therapie widerspiegelt. Die erste Säule der Behandlung beinhaltet eine purinarme Ernährung und den Verzicht auf Alkohol. Besonders purinreiche Lebensmittel sind Fleisch und Innereien. Diese sollten bestmöglich vom Speiseplan gestrichen werden.

Je nachdem wie hoch die Harnsäurewerte des/der Erkrankten sind und welche familiäre Vorbelastung vorliegt, werden zusätzlich harnsäuresenkende Medikamente als Dauertherapie verschrieben. Bei vielen Betroffenen ist dies jedoch nicht notwendig. Die Entscheidung trifft der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde Ärztin individuell für den Patienten oder die Patientin. Ziel der Therapie ist eine Senkung der Harnsäurewerte auf 5,5 – 6,4 Milligramm pro Deziliter Blut. Eine operative Therapie der Gicht ist heutzutage kaum noch notwendig. Nur in sehr wenigen schweren Fällen kann diese sinnvoll sein. Dies ist unter anderem bei einem Karpaltunnelsyndrom (Einklemmung eines Nervs im Handgelenk) der Fall.

Welche Präventionsmaßnahmen gibt es?

Da das Auftreten eines Gichtanfalls durch bestimmte Lebensstilfaktoren begünstigt wird, sind Präventionsmaßnahmen in einem gewissen Rahmen sehr vielversprechend. Besonders wichtig zur Vermeidung einer Gicht ist eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung mit wenig Fleisch und Innereien. Zudem ist es empfehlenswert, Alkohol nur in Maßen zu konsumieren.

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Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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