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Chlamydien haben die Unfruchtbarkeit im Gepäck – sogar bei Männern!

Chlamydien

Es ist ein bisschen wie in einem „Alien-Film“: Sie kommen unbemerkt und dann ist es plötzlich zu spät. Eine Chlamydien-Infektion wird oft gar nicht wahrgenommen, doch die Folgen können schwerwiegend sein. Letztlich droht Unfruchtbarkeit, auch bei Männern. Höchste Zeit, sich einmal mit dem Thema zu beschäftigen!

Was sind Chlamydien?

Chlamydien sind Bakterien. Sie lösen im Körper eitrige Entzündungen der Harnwege und der Geschlechtsorgane aus. Eine Infektion mit Chlamydien gehört weltweit zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten.

Die Ursache für eine Chlamydien-Infektion ist fast immer ungeschützter Geschlechtsverkehr. Die Bakterien werden über die Schleimhäute der Harnwege und der Geschlechtsorgane, des Rachens oder des Analbereichs übertragen. Das bedeutet, dass auch bei oralem und analem Geschlechtsverkehr Ansteckungsgefahr besteht. Ebenso, wie bei gemeinsamer Nutzung von Sexspielzeug. In seltenen Fällen können die Bakterien sogar über die Augen in den Körper gelangen, zum Beispiel bei einem gemeinsamen Bad mit einem Infizierten.

Wie merke ich, ob ich infiziert bin?

Die schlechte Nachricht kommt zuerst: Meistens, nämlich bei 70 Prozent aller Frauen und 50 Prozent aller Männer, bleibt die Infektion unbemerkt. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis sechs Wochen kann eine eitrige Harnröhrenentzündung auftreten. Dabei kommt es zu eitrigem Ausfluss oder Brennen und Jucken beim Wasserlassen. Bei Frauen können die Chlamydien weiter in die Gebärmutter oder in die Eierstöcke wandern. Das führt zu Unterleibsschmerzen, teilweise auch mit Fieber.

Auch bei Männern können sich die Bakterien weiter in die Nebenhoden, die Hoden oder in die Prostata ausbreiten. Daneben können, je nach sexuellen Praktiken, bei beiden Geschlechtern auch der Rachen oder der Enddarm befallen sein.

Was passiert bei einer Chlamydien-Infektion?

Breiten sich die Bakterien im Körper ungehindert aus, kommt es zunächst zu Entzündungen. Bei Frauen sind vor allem die Gebärmutter, der Gebärmutterhals oder die Eileiter betroffen. Durch diese Entzündungen entstehen Verklebungen und Vernarbungen im Gewebe, die das Risiko von Eileiter- und Bauchhöhlenschwangerschaften erhöhen. Daneben steigt die Wahrscheinlichkeit für Frühgeburten, und es kann zur Unfruchtbarkeit kommen. Bis zu 40 Prozent der infizierten Frauen werden durch Chlamydien unfruchtbar. Unentdeckte Chlamydien sind die häufigste Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit in Deutschland.

Auch für Männer ist eine Infektion gefährlich. Neben Entzündungen von Prostata, Hoden und Nebenhoden, ist auch bei ihnen eine Unfruchtbarkeit als Langzeitfolge nicht ausgeschlossen. Eine verminderte Beweglichkeit der Spermien, sowie Missbildungen durch die Bakterien, konnten bereits nachgewiesen werden.

Bei Schwangeren können die Bakterien Komplikationen während der Schwangerschaft auslösen. Es sind Zusammenhänge zwischen den Chlamydien und Frühgeburten, vorzeitigem Blasensprung und kindlichem Untergewicht bekannt. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Bakterien bei der Geburt auf das Baby übertragen werden. Diese führen bei dem Neugeborenen zu einer Bindehautentzündung oder sogar einer Lungenentzündung.

Wie laufen Diagnose und Behandlung ab?

Bei Verdacht auf eine Infektion sollte ein Facharzt oder eine Fachärztin für Urologie oder Gynäkologie angesprochen werden. Hier erfolgt die Frage nach den Beschwerden, eine körperliche Untersuchung und eine Blutabnahme für einen Labortest. Die Bakterien selbst können, bei einer frischen Infektion im Urin, oder später am Gebärmutterhals nachgewiesen werden. Auch im Rachen oder im Analkanal kann ein Abstrich entnommen werden. Steht die Diagnose, fest wird die Infektion mit einem Antibiotikum behandelt. Die Bakterien sprechen im Allgemeinen sehr gut darauf an. Wichtig ist es jedoch, nicht dem „Pingpong Effekt“ zum Opfer zu fallen: in einer sexuellen Beziehung müssen beide Partner therapiert werden. Nach einer Antibiotika-Therapie besteht keine Immunität, eine Neuinfektion ist jederzeit möglich. Es ist lästig, aber es hilft nichts: Beide Partner müssen Antibiotika einnehmen und in der Zwischenzeit Kondome verwenden. Das betrifft im Übrigen alle Partner der zurückliegenden 60 Tage.

Wie beuge ich einer Infektion vor?

Am meisten gefährdet sind junge Menschen zwischen 19 und 24 Jahren, da diese sexuell oft sehr aktiv sind. Es gibt einen Test auf Chlamydien. Dieser wird bis zum Alter von 25 Jahren einmal jährlich von der Krankenkasse übernommen. Kondome sind ein guter Schutz, wirken aber nicht hundertprozentig. Wer seinen Partner/in häufiger wechselt, sollte generell Kondome verwenden und sich regelmäßig auf Chlamydien testen lassen.

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Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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