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Arteriosklerose – die häufigste Todesursache in westlichen Industrieländern

Arteriosklerose

Die Arteriosklerose gilt als häufigste Ursache für Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems. In deutschsprachigen Ländern wird sie auch Atherosklerose oder Arterienverkalkung genannt. Laut einer Veröffentlichung des Bundesministeriums für Gesundheit aus dem Jahr 1990 lässt sich beinahe jeder zweite Todesfall in Deutschland auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückführen.

Was versteht die Medizin unter dem Begriff Arteriosklerose?

Wörtlich übersetzt bedeutet Arteriosklerose eine „Verhärtung oder Vernarbung des Bindegewebes (Sklerose) in den Arterien“. Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass vor allem die beiden Halsschlagadern, die Hirnarterien, die Herzkranzgefäße und die Beinarterien betroffen sind. Die genauen Ursachen der Krankheitsentstehung wurden bis heute nicht vollständig aufgeklärt.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass es aus unterschiedlichen Gründen zu Veränderungen an einer oder mehreren Gefäßwänden der großen Schlagadern kommt. An diesen Stellen lagern sich anschließend Fette, Cholesterin und andere Blutbestandteile ab. Entzündungsreaktionen, Wucherungen des Bindegewebes und der Einbau von Kalzium sorgen für eine Verhärtung und Verdickung der Gefäßwand. Diese arteriosklerotischen Veränderungen werden von Ärzten auch als Plaques bezeichnet.

Mit der Zeit verengt sich der Gefäßdurchmesser immer mehr, sodass der Blutfluss massiv gestört ist. Anfangs verursacht die Arteriosklerose in der Regel keine Beschwerden. Ein hoher Blutdruck, die periphere arterielle Verschlusskrankheit (Durchblutungsstörungen in den Beinarterien) und die koronare Herzkrankheit (KHK) zählen zu den gefürchteten Folgen der Erkrankung. Beim kompletten Verschluss eines betroffenen Blutgefäßes droht als Komplikation ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt.

Was sind mögliche Risikofaktoren der Arterierosklerose?

An der Entstehung der Arterienverkalkung sind zahlreiche Faktoren beteiligt. Eine wichtige Rolle spielt das körpereigene Stoffwechselprodukt LDL (Low Density Lipoprotein), das auch die Bezeichnung „schlechtes“ Cholesterin trägt. Neuere Forschungen belegen, dass vor allem oxidiertes LDL einen nicht zu unterschätzenden Risikofaktor darstellt.

Folgende Aspekte begünstigen das Auftreten einer Arteriosklerose:

• fettreiche Ernährung
• ungesunder Lebensstil
• Übergewicht
• Bewegungsmangel
• übermäßiger Stress
• Rauchen
• Umweltfaktoren wie nächtlicher Lärm und Feinstaubbelastung
• Grunderkrankungen (Diabetes mellitus, Schilddrüsenüberfunktion, Gicht oder Rheuma)
• genetische Veranlagung

Ist Arteriosklerose die Folge eines Vitamin-C-Mangels?

Im Jahr 1990 überraschte der zweifache Nobelpreisträger Linus Pauling die Wissenschaftsgemeinschaft mit einem alternativen Modell zur Entstehung von Atherosklerose. Seiner Ansicht nach soll die Arterienverkalkung die gleiche Ursache haben wie die gefürchtete Seefahrerkrankheit Skorbut: ein ausgeprägtes Defizit an Vitamin C. Biochemiker sind sich heute darin einig, dass die massiven Blutungen bei Skorbut an einem fehlerhaft aufgebauten Bindegewebe liegen.

Bei einem Vitamin-C-Mangel ist der Körper nicht mehr in der Lage, den wichtigen Eiweißstoff Kollagen zu bilden. Da unsere Blutgefäße zu einem großen Teil aus Kollagen bestehen, können auftretende Gefäßschäden nicht repariert werden und es kommt zu den beobachteten Blutungen. Aufgrund des massiven Blutverlusts würde die Verletzung einer der großen Arterien nach kurzer Zeit zum Tod führen. Pauling vermutete, dass unser Organismus aus diesem Grund einen zweiten Reparaturmechanismus besitzt.

Wenn Vitamin C zur Stärkung der Gefäßwand fehlt, muss der Körper eine aufgetretene Schwachstelle mithilfe des „Klebemoleküls“ Lipoprotein(a) abdichten. Bei einem anhaltenden Vitamin-C-Mangel lagern sich deshalb kontinuierlich Blutfette an den betroffenen Stellen ab. Mithilfe eines Tiermodells konnten amerikanische Forscher im Jahr 2015 die Hypothese von Linus Pauling bestätigen. Die Wissenschaftler züchteten sogenannte transgene Mäuse, die zwei Eigenschaften des menschlichen Stoffwechsels aufwiesen: Sie konnten Vitamin C nicht selbst herstellen, waren stattdessen jedoch in der Lage, Lipoprotein(a) zu produzieren.

Das Ergebnis der Studie, das in einer angesehenen Zeitschrift für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erschien, überraschte die Fachwelt. Ein Mangel an Vitamin C führte bei den Versuchstieren zu einer Erhöhung des Lipoprotein(a)-Spiegels. Mit der Zeit bildeten sich an den Innenwänden der Blutgefäße arteriosklerotische Plaques. Bei der Kontrollgruppe, die eine Vitamin-C-reiche Nahrung erhielt, ließen sich keine Ablagerungen in den Schlagadern nachweisen. Darüber hinaus blieb die Lipoprotein(a)-Konzentration im Blut unverändert.

Wie wird Arteriosklerose diagnostiziert?

Die Diagnose Arteriosklerose wird von Fachärzten anhand bildgebender Verfahren gestellt. Durch Untersuchungsmethoden wie Ultraschall, Röntgen (Angiografie), Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) lassen sich die erkrankten Stellen in den Blutgefäßen genau identifizieren. Verschiedene Laborwerte (Gesamtcholesterin, LDL, VLDL, HDL, Triglyceride, Blutzucker und HbA1c) geben Aufschluss über mögliche Risikofaktoren. Wer ganz sichergehen will, sollte seinen Hausarzt zusätzlich um die Bestimmung des Lipoprotein(a)-Werts bitten.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es Arteriosklerose?

Da die Wucherungen und Verdickungen der Blutgefäße nicht umkehrbar sind, lässt sich die Arteriosklerose nicht heilen. Entscheidend für den Therapieerfolg ist der Zeitpunkt der Diagnosestellung. Je früher die Ablagerungen an den Arterienwänden entdeckt werden umso günstiger ist die Prognose. Am Anfang steht immer die Behandlung von Grundkrankheiten wie Diabetes, Rheuma oder Bluthochdruck. Wenn sich arteriosklerotische Plaques nachweisen lassen, verordnen Ärzte häufig den Thrombozyten-Aggregationshemmer Acetylsalicylsäure (ASS).

Um den LDL-Spiegel zu verringern, kommen lipidsenkende Medikamente (Statine) infrage. Wenn die Krankheit weiter fortschreitet, sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich. Im Rahmen eines operativen Eingriffs können verengte Gefäße mit einem Ballonkatheter aufgeweitet werden. Anschließend setzt der Chirurg an diese Stelle einen Stent, der das Blutgefäß offen hält. In schweren Fällen kann eine Bypassoperation das Leben des Patienten retten.

Wie lässt sich einer Arteriosklerose vorbeugen?

Die Vorbeugung besteht vor allem in einer Verbesserung des Lebensstils. Eine abwechslungsreiche Ernährung, zwei Liter reines Wasser am Tag, viel Bewegung sowie ein weit gehender Verzicht auf Zigaretten, Alkohol und zuckerhaltige Getränke sind ein wichtiger Schritt in Richtung Gesundheit. Diese Maßnahmen kurbeln den Stoffwechsel an, entschlacken den Organismus und unterstützen die Normalisierung des Körpergewichts. Wenn der LDL- oder der Lipoprotein(a)-Spiegel erhöht ist, empfiehlt sich zusätzlich der regelmäßige Verzehr von Vitamin-C-reiche Obst- und Gemüsesorten.

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Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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