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Alzheimer – chronische Vergesslichkeit?

Alzheimer

Morbus Alzheimer ist die häufigste Ursache für eine Demenz und zeigt sich durch Symptome wie Orientierungsprobleme und Gedächtnisverlust. Dabei schreitet die Krankheit voran und beeinträchtigt schnell das ganze Leben der Betroffenen stark. Frauen erkranken häufiger als Männer. Das liegt vor allem an der unterschiedlichen Lebenserwartung, da Alzheimer eine Alterskrankheit ist.

Was sind die Ursachen für Alzheimer?

Eine genaue Ursache für Alzheimer ist bisher noch nicht bekannt. Im Gehirn lassen sich bei Alzheimer-Patienten jedoch charakteristische Eiweißablagerungen beobachten, die eine zentrale Rolle bei der Erkrankung zu spielen scheinen. Die eine Form der Eiweißablagerungen wird als senile Plaques und die andere als Neurofibrillenbündel bezeichnet. Die senilen Plaques bestehen aus sogenannten Beta-Amyloiden, die ein Spaltprodukt größerer Eiweißmoleküle sind. Die Ablagerungen dieser Eiweiße sind bei Alzheimer-Patienten in besonders hoher Dichte zu finden. Dadurch, dass sich diese Ablagerungen auch in den Wänden kleiner Blutgefäße absetzen können, wird die Energie- und Sauerstoffversorgung des Gehirns stark beeinträchtigt.

Allerdings weiß man noch nicht, was dazu führt, dass sich bei Alzheimer-Patienten so viel Beta-Amyloid sammelt. Durch die Neurofibrillenbündel, die die andere Form der Eiweißablagerungen darstellen, kommst es zu einem Verlust von Synapsen im Gehirn und dem Absterben von wichtigen Nervenzellen. Eine weitere Ursache der Alzheimer-Krankheit ist eine veränderte Konzentration der Neurotransmitter im Gehirn, die als Botenstoffe dienen. Dadurch ist die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen im Gehirn gestört.

Welche Rolle spielen die Gene bei Alzheimer?

Die Erblichkeit der Alzheimer-Demenz ist vorhanden, allerdings nur in einem geringen Maße. Bislang wird vermutet, dass mehrere Gene für den Ausbruch von Alzheimer verantwortlich sind. Es gibt in seltenen Fällen jedoch auch Gene, die dominant vererbt werden. Bei diesen Patienten tritt die Alzheimer Krankheit häufig bereits ab dem 30. Lebensjahr auf.

Was sind die Symptome von Alzheimer?

Besonders auffällig ist die starke Vergesslichkeit, die dazu führt, dass die Betroffenen oder ihre Familienangehörigen einen Arzt zurate ziehen. Meistens ist die Krankheit in diesen Fällen bereits schon vor Jahren ausgebrochen und macht sich erst im späteren Verlauf bemerkbar. Je nachdem, welches Hirnareal von dem Abbau der Synapsen und der Beeinträchtigung der Signalübertragung zwischen den Nervenzellen betroffen ist, zeigen sich die Symptome der Alzheimer Krankheit anhand unterschiedlicher Einschränkungen der Fähigkeiten. Häufig sind Gehirnareale des Kurzzeitgedächtnisses, der Urteilsfähigkeit und der Sprache beeinträchtigt. Außerdem ändern sich Gefühlsäußerungen, Verhaltensweisen und die Kommunikation. Betroffene erkennen im späteren Verlauf auch ihre engsten Verwandten und Freunde nicht mehr und verlieren zudem die Kontrolle über ihre Blase und den Stuhlgang.

Wie sieht der typische Verlauf einer Alzheimer-Erkrankung aus?

Der Verlauf von Alzheimer ist individuell sehr verschieden. Grundsätzlich versteht man unter Alzheimer einen chronisch fortschreitenden Prozess, der durch Medikamente verzögert werden kann. Meistens lässt sich die Erkrankung in drei Stadien unterteilen, von denen jedes mehrere Jahre andauern kann. Die Krankheit beginnt mit Gedächtnisstörungen, Stimmungsschwankungen und dem Verlust der Arbeitsfähigkeit sowie einer Einschränkung sozialer Kontakte. Typisch ist es zum Beispiel, wenn die Waschmaschine von dem Betroffenen nicht mehr wie gewohnt korrekt bedient werden kann. Im mittleren Stadium kommt es zu Einbußen der intellektuellen Leistungsfähigkeit und dazu, dass der Betroffene im Alltag immer stärker auf Hilfe angewiesen ist. In dieser Zeit verändern sich häufig auch die Persönlichkeit und die Psyche. Im späten Stadium kann eine Person mit Alzheimer nicht mehr ohne fremde Hilfe leben und ist nicht mehr in der Lage, persönliche Hygiene oder Ernährung selbstständig zu bewerkstelligen.

Wie lässt sich Alzheimer diagnostizieren?

Viele Neuropathologen sind der Ansicht, dass Alzheimer erst durch eine Untersuchung des Gehirns nach dem Tod mit 100-prozentiger Sicherheit diagnostiziert werden kann. Doch auch zu Lebzeiten des Patienten gibt es Tests, die die Alzheimer-Demenz diagnostisch ausschließen oder vermuten lassen können. Zum einen erheben Ärzte bei Verdacht auf Alzheimer eine genaue Anamnese des Patienten und führen eine körperliche Untersuchung durch. Durch Blutuntersuchungen können alternative Ursachen für die Symptome einer Demenz ausgeschlossen werden. Außerdem werden Tests durchgeführt, die darüber Auskunft geben, wie es um die intellektuellen Fähigkeiten des Patienten bestellt ist. Eine sichere Methode ist die Untersuchung des Gehirnwassers, bei der die für Alzheimer typischen Veränderungen der Eiweißablagerungen untersucht werden können. Zudem lassen sich mithilfe von bildgebenden Verfahren wie der Computer- oder Magnetresonanztomographie veränderte Gehirnstrukturen feststellen und Hinweise auf Alzheimer finden.

Wie lässt sich Alzheimer therapieren?

Eine Methode, um Alzheimer zu heilen, wurde bislang nicht gefunden. Bei der Diagnose von Alzheimer kann jedoch eine medikamentöse Behandlung angesetzt werden, die dafür sorgt, dass die Demenz weniger schnell voranschreitet und sich die Gedächtnisleistungen wieder leicht verbessern. Zudem gibt es Möglichkeiten, die geistigen Fähigkeiten der Alzheimer Patienten zu verbessern und damit ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden trotz der Diagnose zu fördern. Wichtig ist hierbei vor allem das Zusammenspiel verschiedener Spezialisten, unter anderem Hausärzte, Geriater, Psychologen, Neurologen, Ergotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeiter. Indem der Tagesablauf und auch die Wohnverhältnisse an die Lage des Betroffenen angepasst werden, lässt sich häufig viel Lebensqualität gewinnen. Auch die Versorgung durch pflegerische Dienste muss sichergestellt werden. Gerade, um die Balance zwischen den Neurotransmittern im Gehirn wiederherzustellen, gibt es verschiedene Medikamente. So lässt sich die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen und damit einhergehend auch die kognitive Leistung des Betroffenen verbessern.

Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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