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Keratosis pilaris: Wenn die Haut trocken und rau wird

Keratosis Pilaris

Der Sommer ist da und Du freust Dich darauf, endlich Deinen neuen Bikini oder Badeanzug vorzuführen. Aber was sind das für hässliche harte Pickelchen an den Armen und warum fühlt sich die Haut so rau an? Wenn Dir diese Situation nur allzu vertraut ist, leidest Du vermutlich unter Keratosis Pilaris, auch Reibeisenhaut genannt. Die beruhigende Nachricht vorweg: Das Ganze ist völlig harmlos – allerdings auch ziemlich hartnäckig und schwierig loszuwerden. Wir erklären Dir, was eine Keratosis pilaris eigentlich ist und wie Du die nervigen Pickelchen am besten in den Griff bekommst.

Was ist Keratosis pilaris und wie entsteht sie?

Die Keratosis pilaris ist eine Verhornungsstörung, bei der in den Haarfollikeln zu viel Keratin produziert wird. Keratin ist eigentlich ein wichtiger Baustein von Haaren, Fingernägeln und der obersten Hautschicht. Bei an Keratosis pilaris erkrankten Patienten wird das Keratin aber nicht mehr aus dem Haarfollikel nach außen abgestoßen, sondern sammelt sich als Hornschuppen in den Haarbälgen an. Diese wölben sich mit der Zeit nach außen, so dass kleine weiße oder rote Pusteln entstehen, die ein wenig wie Gänsehaut aussehen, damit aber nichts zu tun haben. Häufig verstopfen die Haarfollikel völlig, weshalb aus diesen dann auch keine Haare mehr hinauswachsen können und sich diese somit im Haarbalg aufwickeln.

Keratosis pilaris ist eigentlich keine Krankheit, sondern ein recht harmloses kosmetisches Problem, das aber unschön aussieht und sehr häufig und dabei auch hartnäckig auftritt. Betroffen sind vor allem Mädchen und junge Frauen. Mit zunehmendem Alter tritt die Störung allerdings immer seltener auf und kann sogar ganz verschwinden.

Die genaue Ursache von Keratosis pilaris ist nicht bekannt. Sie scheint aber genetisch bedingt zu sein und tritt insbesondere dann auf, wenn die Haut trocken ist. Da trockene Heizungsluft die Haut stark austrocknet, leiden die meisten Betroffenen vor allem im Winter darunter. Im Sommer tritt Keratosis pilaris seltener auf, da dann warme und feuchte Luft an die betroffenen Haustellen kommen kann.

Zudem scheinen Allergien und Neurodermitis ein Risikofaktor zu sein: Allergiker leiden deutlich häufiger an Keratosis pilaris.

Auch der Ernährungsstil wird als Auslöser diskutiert. Menschen, die viel Zucker, Kaffee oder Alkohol konsumieren, leiden ohnehin häufig unter einem schlechten Hautbild. Es würde nicht überraschen, wenn dies auch bei Keratosis pilaris eine Rolle spielen würde.

Wie äußert sich die Störung?

Die rötlichen oder weißen Pusteln treten vor allem an den Streckseiten der Oberarme und Oberschenkel auf, aber auch Gesicht, Hals und Po können betroffen sein, nie jedoch Handflächen und Fußsohlen. Manchmal sind nur einzelne Hautpartien betroffen, in anderen Fällen kann Keratosis pilaris alle oben genannten Hautpartien gleichzeitig betreffen.

Die betroffenen Hautstellen sind rau und schuppig. Sie können manchmal jucken, tun aber in der Regel nicht weh. Werden die Pusteln aufgekratzt, entzünden sie sich häufig und werden dadurch rot.

Was kannst Du gegen Keratosis pilaris tun?

Reibeisenhaut ist nicht heilbar. Allerdings kannst Du die Symptome durch gute Körperhygiene und intensive Hautpflege lindern. Dabei solltest Du stets folgende Ziele im Blick behalten:

  • Versorgung Deiner Haut mit Feuchtigkeit
  • Reduktion von Verstopfung und Verhornung Deiner Haarfollikel
  • Entzündungen verhindern

Um dies zu erreichen, stehen Dir verschiedene kosmetische Produkte aber auch Hausmittel zur Auswahl. Du solltest ausprobieren, welche davon Dir persönlich am besten helfen.

Um Deine Haut optimal mit Feuchtigkeit zu versorgen, sind besonders Lotionen mit Harnstoff (Urea) geeignet. Harnstoff wirkt gegen Hautplättchen, unterstützt die Abschuppung der Haut und bindet Flüssigkeit in der Haut. Den Effekt kannst Du verstärken, indem du Deine Haut vor dem Zubettgehen intensiv eincremst und die betroffenen Hautpartien über Nacht mit Frischhaltefolie bedeckst.

Um die Haut auch von innen mit Feuchtigkeit zu versorgen, solltest Du über den Tag verteilt reichlich trinken. Etwa 2 Liter am Tag sollten es schon mindestens sein. Am besten geeignet sind Wasser oder ungesüßte Tees. Vermeiden solltest Du hingegen stark zuckerhaltige Limonaden.

Du kannst Deine Haut auch mit verschiedenen Ölen einreiben, um sie geschmeidiger zu machen und das Keratin in den Follikeln aufzuweichen. Insbesondere Kokosöl und Vitamin-E-haltige Öle wie Argan- und Olivenöl sind dazu geeignet. Sie wirken außerdem entzündungshemmend, was dabei helfen kann, die rötliche Färbung der Pickelchen loszuwerden, die durch die kleinen Entzündungen in den Haarfollikeln zustandekommen.

Mithilfe eines sanften Peelings kannst du deine Haut dabei unterstützen, alte abgestorbene Hautzellen loszuwerden. Dazu kannst du beispielsweise Grapefruitsaft mit Salz und Sonnenblumenöl vermischen und sanft in die Haut einmassieren. In der Apotheke erhältst Du auch Peelings mit Salicylsäure oder Milchsäure. Diese dringen in die Haarfollikel ein und helfen dabei, den Hornpfropf aus dem Haarbalg zu lösen. Salicylsäure wirkt zudem entzündungshemmend. Lass dich vor der Verwendung wirkstoffhaltiger Peelings immer von einem Arzt beraten.

Hautpflegeprodukte mit Vitamin A (Retinol) stimulieren die Regeneration der Hautzellen und steigern die Elastizität der Haut. Vitamin A wird in der Haut zu Vitamin-A-Säure umgewandelt. Diese unterstützt die Ablösung der obersten Hautzellen.

Damit deine Haut im Winter nicht zu sehr austrocknet, solltest Du die Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen erhöhen. Stelle einfach eine Schale mit Wasser auf die Heizung. Alternativ kannst Du auch spezielle Luftbefeuchter verwenden.

Gut für die Haut ist außerdem Vitamin D. Es wird in der Haut gebildet, wenn diese dem Sonnenlicht ausgesetzt wird. Im Kampf gegen Keratosis pilaris können dir daher auch regelmäßige, kurze Sonnenbäder helfen. Dabei solltest Du aber unbedingt aufpassen, dass du keinen Sonnenbrand bekommst. Ein Sonnenbrand steigert das Risiko für Hautkrebs enorm. Daher: bitte nur wenige Minuten am Tag in die Sonne legen!

Keratosis pilaris ist eine zwar unschöne und hartnäckige, aber völlig harmlose Verhornungsstörung der Haarfollikel, die besonders bei trockener Haut auftritt. Zur Linderung der Symptome bedarf es intensiver Hautpflege sowie einiger Geduld. Es gibt aber einige kosmetische Produkte und Hausmittel, die Dir dabei helfen können, mit den Beschwerden fertig zu werden. Probiere einfach aus, welche Mittel Dir am besten helfen!

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Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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