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Zähneknirschen, Gelenke knacken – ist das ungesund?

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Zähneknirschen, Fingerknöchel knacken, Nägelkauen – was sind das nur für seltsame Angewohnheiten, mit denen wir unsere Mitmenschen und uns selbst strapazieren oder gar unsere Gesundheit gefährden? Was führt zu diesen Spleens, sind sie schädlich und wie wird man sie wieder los? Diesen und weiteren interessanten Fragen gehen wir auf den Grund.

Schadet Zähneknirschen?

Neben dem eigenen Unwohlsein wegen einer verkrampften Muskulatur des Kauapparates, hat auch der Zahnarzt wenig Freude an den Folgen des Zähneknirschens. Regelmäßiges Knirschen bewirkt eine Abnutzung des Zahnschmelzes, so dass die Zähne schließlich ohne ihren „Schutzmantel“ blank liegen und anfälliger sind für Säuren und Zucker.

Die Zähne können sich sogar so weit „abschaben“, dass nur noch kleine, zermalmte Stummel übrig bleiben und eine aufwändige Zahnsanierung notwendig wird. So weit sollte man es auf gar keinen Fall kommen lassen. Zum sofortigen Schutz der Zähne kann der Zahnarzt eine sogenannte Knirscherschiene verordnen. Die Schiene wird nachts getragen, teilweise auch tagsüber. Um sie herzustellen, ist lediglich ein Abdruck des Gebisses erforderlich.

Langfristig gesehen ist es ratsam, den Ursachen für das Knirschen auf den Grund zu gehen. Oftmals verbergen sich dahinter ungelöste Probleme oder Konflikte, die zu Spannungen führen, die sich nachts unterbewusst lösen. Den Stress zu reduzieren oder ein anderes Konfliktmanagement zu erlernen, kann bereits viel bewirken.

Widmen wir uns mal einem anderen „Tick“, dem Knacken mit den Fingergelenken, was manche Mitmenschen als Zumutung für ihre Ohren empfinden. Doch wieso ziehen Menschen überhaupt an ihren Fingern?

Wie kommt es zum Knackgeräusch?

Das Geräusch welches entsteht, wenn die Fingergelenke auseinander gezogen werden, jagt oftmals den (meist ungewollten) Zuhörern einen Schauer über den Rücken, während die Betroffenen einen wohligen Seufzer von sich geben. Warum machen manche Menschen das? Viele erklären, dass sie eine Art Entspannung empfinden, wenn sie am Gelenk ziehen bis es knackt und das vorher „blockierte“ oder „verspannte“ Gelenk sich wieder frei anfühlt.

Ganz geklärt ist dieses Phänomen noch nicht, aber man geht mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass gelöste Gasbläschen aus der Gelenkschmiere, welche anschliessend platzen, dafür verantwortlich sind. Den Mythos, dass durch das Gelenkknacken Schäden wie Arthrose oder Rheuma entstehen, konnten Wissenschaftler nicht bestätigen. Heute geht man davon aus, dass das Knacken zwar nervtötend für die Mitmenschen sein kann, für den „Knacker“ aber völlig unbedenklich.

Eine andere, weit verbreitete „Macke“ ist das Fingernägel kauen. Manche knabbern nur während eines spannenden Filmes vor Aufregung an ihren Nägeln, andere leiden hingegen massiv unter ihrer Sucht an den Nägeln zu kauen.

Ist Nägelkauen schädlich oder gefährlich?

Geschätzte 20-30% der Weltbevölkerung knabbern regelmäßig an ihren Fingernägeln, berühmte Beispiele dafür sind Angela Merkel, Christiano Ronaldo oder Britney Spears. Doch warum kaut ein erwachsener Mensch der sogar im Rampenlicht steht, an seinen Fingernägeln und (fr)isst diese bis auf das Nagelbett ab?

Auch hier spielt der unterbewusste Spannungsabbau eine Hauptrolle, es „erleichtert“ die Nägelkauer, wenn sie an den Fingern knabbern. Nägelkauen wird in der Gesellschaft jedoch oft kritisch gesehen. Von „willensschwachen“ Personen ist die Rede, oder von nervösen Charakteren bis hin zu vermuteten tiefer liegenden psychischen Problemen. Doch nicht immer sind diese Aussagen zutreffend, Fingernägel beißen kann auch aus Langeweile entstehen, aus Unsicherheit oder Anspannung.

Gelegentliches Beißen an den Nägeln ist sicherlich nicht schädlich. Gedanken machen sollte man sich aber dann, wenn das Beißen so stark überhand nimmt, so dass das Nagelbett verletzt wird und anschwillt. Dann haben Bakterien, Viren und Pilze ein leichtes Spiel einzudringen, was zu schweren Entzündungen und Nagelwachstumsstörungen führen kann. In diesen Fällen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, der anschließend eine konsequente Therapie durchführt.

Für leichtere Fälle reicht oft eine Tinktur mit Bitterstoffen aus der Apotheke, die auf die Fingernägel gestrichen wird. Beim Versuch an den Nägeln zu beißen, erinnert sich der Betroffene durch den bitteren Geschmack sofort, dass er das nicht tun soll. Die Behandlung mit einer Tinktur führt jedoch leider nicht immer zum gewünschten Ziel.

In manchen Fällen ist psychologische Hilfe nötig, nämlich dann, wenn sich aus der anfänglichen Scham über die abgekauten Fingernägel Folgeprobleme hinzugesellen. Erst wollen die Betroffenen ihre Hände nicht mehr zeigen oder anderen Menschen die Hand schütteln, später entstehen aus dem Schamgefühl tiefere psychische Probleme, die die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken können.

Manchmal ist es notwendig, dass mit Hilfe eines Therapeuten andere Strategien erarbeitet werden, die das störende Verhalten verändern. Das kann zum Beispiel sein, dass die Betroffenen zunächst lernen, ihr unerwünschtes Verhalten bewusst wahrzunehmen und sich anschließend alternative Verhaltensweisen angewöhnen. Doch auch dieser Therapieansatz führt nicht immer zum Erfolg, sei es, weil der Beißdrang zu stark ist, oder die Therapie nicht konsequent genug durchgeführt wird.

Dann gibt es noch eine weitere Behandlungsmöglichkeit, die „Entkoppelungstechnik“, die laut einer Studie der Universität Zürich in besonders hartnäckigen Fällen helfen soll. Hierbei dürfen die Betroffenen eingefahrene Verhaltensmuster zum Teil beibehalten und müssen sie nur im letzten Moment umlenken. In der Praxis könnte das so aussehen, dass der Patient zwar die Hand zum Kopf führen darf, sie aber anschließend ans Ohr oder an die Nase führt, statt an die Zähne.

Ob Knirschen, Knacken oder Beißen, es gibt für alle diese Fälle alternative und mit Sicherheit unschädliche Handlungsweisen, um Stress und Spannungen abzubauen. Die Frage sollte gar nicht sein, OB es schädlich ist eine der drei genannten „Unarten“ zu tun, sondern vielmehr die Frage, WARUM man sie tut. Wenn das geklärt ist, sei es alleine oder mit Hilfe von Fachleuten, steht einer gesunden Alternative wie Sport, Meditation oder Musik nichts mehr im Wege.

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Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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