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Einnistungsblutung – alles, was Du darüber wissen solltest

Einnistungsblutung

Du wünschst Dir ein Baby, hoffst und bangst, ob es diesmal hoffentlich geklappt hat, und dann kommt der Schock: Du hast eine Blutung. Das wirft die Frage auf, ob es sich um eine Regelblutung oder um eine Einnistungsblutung handelt. Die Einnistungsblutung, in Fachkreisen auch Nidationsblutung genannt, könnte ein positives Zeichen für eine Schwangerschaft sein. Allerdings ist sie von der Regelblutung nur schwer zu unterscheiden. Hier erfährst Du, was bei einer Einnistungsblutung geschieht, wie sie entsteht und wie Du diese von einer normalen Regelblutung unterscheiden kannst.

Was ist eigentlich eine Einnistungsblutung?

Die Einnistungsblutung findet zirka fünf bis zehn Tage nach dem Eisprung statt und ist ein absolut normaler Vorgang. Wenn sich nämlich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnistet, kommt es zu einer Blutung. Für die Betroffenen sichtbar wird diese Blutung nur dann, wenn sie besonders stark ausfällt, was allerdings laut Expertenmeinung nur bei etwa einem Viertel der Frauen der Fall ist.

Sie kann ein Hinweis auf eine Schwangerschaft sein, muss dies allerdings nicht. Aufschluss darüber gibt nur ein Schwangerschaftstest.

Die Einnistung – der Beginn neuen Lebens

Wird die Eizelle befruchtet, beginnt ihre Wanderung zur Gebärmutter, welche sie nach sechs bis acht Tagen erreicht. Die Eizelle ist inzwischen zur sogenannten „Blastozyste“ herangereift – so groß wie der Kopf einer Stecknadel.

Hat die Blastozyste einen Platz in der dicken Schleimhaut der Gebärmutter gefunden, dann bildet sich eine Mulde, in der der Keim versinkt und sich auf diese Weise mit dem Körper der Mutter verbindet. Nun bildet sich die äußere Schicht zur Plazenta aus, die den Embryo mit den notwendigen Nährstoffen versorgen wird.

Warum es bei der Einnistung zu Blutungen kommt

Da bei diesem Vorgang das kindliche mit dem mütterlichen Gewebe verschmilzt, Blutgefäße zerfallen und sich neue bilden, treten naturgemäß leichte Blutungen auf. Das passiert meist unbemerkt im Inneren des Körpers. Bei starker Ausprägung tritt etwas von dem Blut nach außen, was dann allgemein als Einnistungsblutung bezeichnet wird. Ärztinnen und Ärzte sprechen auch von einer Implantations- oder Nidationsblutung.

Die Einnistungsblutung bleibt in der ärztlichen Fachliteratur weitgehend unerwähnt, da leichte Blutungen in dieser Phase der Schwangerschaft als natürlicher Vorgang angesehen werden. Sie spielen vom medizinischen Standpunkt aus gesehen für die Mutter und das Kind keine nennenswerte Rolle. Manche Gynäkologinnen und Gynäkologen bezeichnen sie daher oft auch als gewöhnliche „Blutung in der Frühschwangerschaft“.

Ein vieldiskutiertes Thema unter Frauen mit Kinderwunsch

Wie kann ein medizinisch gesehen harmloser Vorgang wie die Einnistungsblutung in der Gesellschaft und in sozialen Medien ein derart kontrovers diskutiertes Thema darstellen?
Besonders bei Frauen, die schon über längere Zeit auf ein Baby hoffen und sich möglicherweise auch bereits der einen oder anderen Kinderwunschbehandlung unterzogen haben, besteht eine große
Unsicherheit. Haben sie es endlich geschafft, schwanger zu werden, dann ist die Angst groß, das Baby zu verlieren.

Dazu kommt, dass Frauen mit Kinderwunsch besonders auf die Zeichen ihres Körpers achten und Veränderungen sehr kritisch interpretieren. Die logische Folge ist, dass auch eine schwache Blutung für eine enorme Beunruhigung sorgen kann. Der Ausdruck „Einnistungsblutung“ hat sich deshalb eingebürgert, um diese des Öfteren auftretenden harmlosen Phänomene der Frühschwangerschaft zu erklären.

Aussehen und Dauer einer Einnistungsblutung

Ist eine Einnistungsblutung so stark ausgeprägt, dass sie nach außen sichtbar wird, dann zeigt sie sich als schwache, rasch wieder abnehmende Blutung mit rosa bis hellroter Färbung. Ist die Blutung derart schwach, dass sie nur langsam abläuft, dann kann das Blut auch eine bräunliche Farbe aufweisen.

Die Farbe kann sich aber an der Luft bereits wieder verändert haben, sodass die Färbung insgesamt keinen verlässlichen Marker für eine Einstufung als Einnistungsblutung darstellen kann. Die Blutung hält nur sehr kurz an und ist gewöhnlich nicht mit Schmerzen verbunden.

Kann man von einer Einnistungsblutung auf eine Schwangerschaft schließen?

Die Antwort lautet: Nein. Eine Einnistungsblutung ist kein zuverlässiger Indikator für das Vorliegen einer Schwangerschaft. Zum einen können Blutungen rund um diesen Zeitpunkt auch durch Hormonschwankungen hervorgerufen werden. Zum anderen kamen Studien zu diesem Thema zu dem Ergebnis, dass auch bei Frauen, die nicht Schwanger waren, vermeintliche Einnistungsblutungen auftreten können.

So unterscheidet sich die Einnistungsblutung von der Regelblutung

Um die Frage „schwanger oder nicht schwanger“ zu klären, ist es für Frauen mit Kinderwunsch aus den bereits genannten Gründen überaus wichtig, eine Einnistungsblutung von einer Menstruationsblutung unterscheiden zu können. So manche Schwangere gibt auch irrigerweise die Einnistungsblutung als Zeitpunkt ihrer letzten Periode an. Das kann zu einer inkorrekten Festlegung des Geburtstermins führen. Es existieren aber mehrere Merkmale, die Dir dabei helfen, diese zwei Arten von Blutungen voneinander zu unterscheiden:

• Blutungsstärke: Eine Regelblutung ist grundsätzlich eher stark und im Verlauf zunehmend, während die Einnistungsblutung relativ leicht verläuft und schnell abnimmt.

• Färbung: Eine Einnistungsblutung zeigt sich durch rosa bis hellrotes Blut, während dunkelrotes bis braunes Blut für eine Monatsblutung spricht.

• Zeitpunkt: Eine Menstruation beginnt in etwa 14 Tage nach dem Eisprung. Bei einer früher im Zyklus stattfindenden Blutung handelt es sich daher womöglich um eine Einnistungsblutung.

• Dauer: Eine Periodenblutung dauert drei bis fünf Tage, die Einnistungsblutung hält nur ein bis zwei Tage an.

• Schmerzen: Bei der Einnistungsblutung treten im Normalfall keine der für eine Periode typischen Schmerzen auf.

Was soll ich bei einer Einnistungsblutung tun?
Eine Einnistungsblutung stellt weder für die Frau noch für den weiteren Fortschritt einer Schwangerschaft eine Gefahr dar. Bist Du unsicher, ob es sich tatsächlich um eine Einnistungsblutung handelt, dann gibt Dir ein Besuch beim Facharzt oder der Fachärztin oder auch ein Schwangerschaftstest beruhigende Gewissheit.

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Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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