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9 Dinge, die in der Notaufnahme nicht ärgern sollten

Notaufnahme

Es kann schnell passieren: Nach einem Unfall oder aufgrund einer akuten Erkrankung findest Du Dich in der Notaufnahme eines Krankenhaus wieder. Natürlich möchtest Du so schnell wie möglich behandelt werden. Aber selten läuft alles so, wie man es sich vorstellt. Dabei ist alles nur halb so ärgerlich, wenn man weiß, wie eine Notaufnahme organisiert ist und warum alles so abläuft.

1. Warum werde ich in der Klinik nicht sofort behandelt, sondern zum „ärztlichen Notdienst“ weitergeschickt?

Der ärztliche Notdienst ist die Vertretung der Hausärzte und der niedergelassenen Ärzte. Diese Ärzte behandeln Dich ambulant und dürfen Rezepte oder Krankmeldungen ausstellen. Wenn der diensthabende Arzt denkt, dass Du stationär in eine Klinik aufgenommen werden musst, schickt er Dich in die Notaufnahme des Krankenhauses.

Die Notaufnahme ist also für die stationäre Aufnahme von Patienten zuständig.

2. Warum sind alle Ärzte beschäftigt, obwohl die Aufnahme leer aussieht?

Lebensbedrohlich Erkrankte werden natürlich so schnell wie möglich behandelt. Da diese Patienten oft mit dem Krankenwagen oder sogar mit dem Notarzt eingeliefert werden, kann man diese Patienten vom Wartezimmer aus nicht sehen.

Trotzdem müssen die anwesenden Ärzte sie bevorzugt behandeln und dafür unter Umständen auch eine laufende Untersuchung abbrechen. Wenn der Arzt die wichtigsten Erstuntersuchungen bei diesen Patienten veranlasst hat, wird er zeitnah wieder die anderen Notfallpatienten behandeln.

3. Warum werden die Patienten nicht in der Reihenfolge aufgerufen, in der sie gekommen sind?

In einer Notaufnahme werden die Patienten von geschultem Pflegepersonal empfangen. Bereits hier kann schon entschieden werden, ob die Erkrankung eine sofortige Abklärung erfordert oder ob der Patient noch im Wartezimmer Platz nehmen kann. Die Patienten im Wartezimmer werden trotzdem so zeitnah wie möglich behandelt.

Wenn Du das Gefühl hast, dass Deine Beschwerden oder Deine Schmerzen in der Zeit im Wartezimmer zunehmen oder sich verändern, sag dem Pflegepersonal Bescheid. Sie werden Dir gerne helfen und bei Bedarf die Dringlichkeit deiner Behandlung erhöhen.

4. Warum behandelt mich nicht der Arzt, der Zeit hat? Warum muss ich auf einen bestimmten Arzt warten?

Die meisten Notaufnahmen sind als sogenannte »Zentrale Aufnahmen« organisiert worden. Das heißt, dass hier Ärzte verschiedener Fachrichtungen arbeiten und teilweise auch Sprechstunden in den Räumen stattfinden. Eine zentrale Aufnahme hat den Vorteil, dass Beschwerden, die erst nach verschiedenen Untersuchungen einer Fachrichtung zugeordnet werden können, hier ohne Verzögerung gemeinsam von mehreren Ärzten behandelt werden können. So können Bauchschmerzen zum Beispiel eine gynäkologische, eine chirurgische oder eine internistische Ursache haben.

5. Muss ich Angst vor ansteckenden Krankheiten haben?

Nein. Das Pflegepersonal bringt Patienten, die Symptome von ansteckenden Krankheiten haben, zeitnah in getrennte Warte- und Behandlungsräume.

6. Warum werde ich nach meiner „Einweisung“ gefragt, obwohl ich doch eine Überweisung dabeihabe?

Eine Überweisung ist die Anforderung einer bestimmten Untersuchung bei einem Facharzt. Sie zieht normalerweise keinen stationären Aufenthalt nach sich. Die meisten Krankenhausabteilungen dürfen keine Patienten auf Überweisung behandeln. Dies ist bis auf wenige Ausnahmen die Aufgabe eines niedergelassenen Arztes. Im Notfall wird Dich aber jeder Arzt behandeln, wenn keine Arztpraxis offen hat, unabhängig von der Überweisung.

Eine Einweisung ist die Empfehlung, Dich im Krankenhaus stationär zu behandeln. Wie zeitnah die Aufnahme in die Klinik erfolgen soll, entscheidet aber der Facharzt im Krankenhaus, nachdem er Dich untersucht hat.

7. Warum bekomme ich nicht gleich nach einem Unfall ein MRT?

Wenn der Arzt den Verdacht auf eine Verletzung hat, die man im normalen Röntgen nicht sieht, kann er Dich für den nächsten Arbeitstag für weitere Untersuchungen wieder einbestellen. Ein MRT ist im Unterhalt sehr teuer und wird daher in vielen Kliniken nur tagsüber betrieben. Da ein MRT aber in einigen Beziehungen mehr aussagen kann als ein CT oder ein normales Röntgenbild, ist es sinnvoll auf das MRT zu warten, wenn der Arzt sich festlegt, dass keine Gefahr der Verschlechterung bis zur Untersuchung besteht.

8. Warum bekomme ich kein Rezept mit?

Die Ausgabe von Rezepten (außer Privatrezepten) ist an eine sogenannte »Kassenzulassung« gebunden. Diese bekommen in erster Linie niedergelassene Ärzte und nur in Ausnahmefällen Klinikärzte. Wenn Du über einen längeren Zeitraum Medikamente nehmen musst und dafür ein Rezept brauchst, werden Dich die Mitarbeiter der Notaufnahme zum ärztlichen Notdienst (also zur Vertretung der Hausärzte) schicken.

9. Wie lange muss ich denn noch auf meine Laborergebnisse warten?

Die meisten Kliniken haben ein eigenes Labor, das die Untersuchungen vor Ort zeitnah bearbeitet. Wenn Dir Blut abgenommen wurde, muss es vor der Untersuchung allerdings aufbereitet werden.

Hierzu gehören verschiedene chemische Reaktionen, Färbungen und Schleudergänge. Alleine durch die Dauer dieser Reaktionen dauert ein Routinelabor etwa eine Stunde. Für dringliche Laboruntersuchungen (zum Beispiel beim Herzinfarkt) wurden deshalb Schnelltests entwickelt.

Dieser Artikel dient nur zu Deiner Information. Er ermöglicht keine Selbstdiagnose und ersetzt keinen Arztbesuch. Nur ein Arzt kann Dich verlässlich und verbindlich untersuchen und diagnostizieren.
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